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Schöner Schein oder offensive kulturelle Bildung?

Am heutigen Donnerstag stellt die „Offensive Kulturelle Bildung“, getragen vom Rat für die Künste, im Schauspielhaus Kooperationsprojekte zwischen einzelnen Schulen und großen Kulturinstitutionen von Land und Bund vor.

„Sicher gibt es und gab es immer wieder Beispiele für gelungene Kooperationen zwischen Schulen und Künstlern, man denke nur an viele positive Modellversuche, denen leider nie Nachhaltigkeit ermöglicht wurde.“, so Herbert Mondry, Vorsitzender des bbk berlins, „Ästhetisches Erleben und schulisches Lernen müssen eine Symbiose eingehen. Nur so entsteht ein Klima der Lernfreude, Identifikation, nur so bildet sich Persönlichkeit, entsteht Welterkenntnis, wie das der schulische Regelbetrieb nicht leisten kann.“

„Was aber “, so Mondry weiter, „geschieht mit den hunderten von Schulen, in deren Alltag nur noch verstümmelter Kunst- und Musikunterricht – wenn überhaupt – geboten wird? Die so dringende Ergänzung des Unterrichtes und seine Erweiterung, oder auch nur eine dauerhafte Nutzung der Nachmittage in den Ganztagsschulen durch kooperative Projekte der Bildenden Kunst, der Musik, des Tanzes sind praktisch ausgeschlossen, weil von der Schulpolitik dafür keine keine Mittel verfügbar gemacht werden.

So kann das enorme Potenzial der für solche Aufgaben qualifizierten freiberuflichen Künstlerinnen und Künstler, ob in Bildender Kunst oder Musik, ob in Tanz oder Theater von den Berliner Schulen nicht genutzt werden.

Nordrhein – Westfalen beispielsweise tut tatsächlich etwas: Dort können sich Schulen und einzelne Künstler jeweils gemeinsam mit konkreten Projektvorschlägen um Mittel aus dem gerade auf 3,5 Mio. Euro aufgestockten außerordentlich erfolgreichen Landesprogramm „Kultur und Schule“ bewerben, das um Eigenanteile der Schulträger ergänzt wird. Kultur- und Bildungshaushalt teilen sich die Programmfinanzierung.“

Mondry: „Die heutige Veranstaltung sollte ein Anstoß sein, diese Konzepte für Berlin aufzugreifen. Sonst drohen einzelne gelungene, von der Kultur ja nur im Ausnahmefall selbst finanzierbare Patenschafts-Projekte in und mit Schulen ein Feigenblatt für die Berliner Politik zu werden, die hinter solchen Ausnahme-Modellen das wahre Ausmaß an kultureller Wüste in den Schulen verstecken kann und im übrigen untätig bleibt.“

Herbert Mondry

Vorsitzender
bbk berlins