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1-Euro-Jobs
sinnlose Verdrängung
Zu Lasten ihrer eigentlichen beruflichen Arbeit wurden und werden zahlreiche Künstlerinnen und Künstler zu Bewerbungen auf kunstfremde Tätigkeiten gezwungen (40 %). Alternativ erhalten sie Aufforderungen, sogenannten Arbeitsgelegenheiten mit Mehraufwandsentschädigung („1-€-Jobs") anzunehmen (34 %). Diese Angebote sind zu einem erheblichen Teil kunstfremd (59 %) und damit für die weitere berufliche Arbeit von Berufskünstlerinnen und –künstlern ohnehin wertlos, weil sie die Zeit für die eigentliche Berufstätigkeit stehlen. Freiberuflich arbeitende Künstlerinnen und Künstler, die Arbeitslosengeld II in Anspruch nehmen müssen, sind ja deshalb nicht arbeitslos! Arbeitsgelegenheiten mit Mehraufwandsentschädigung in kunstnahen Arbeits- oder künstlerischen Arbeitsbereichen machen die Dinge nicht besser: Soweit solche Angebote gemacht wurden (41 %), wurden sie von den Befragten größtenteils nur unter dem Zwang der drohenden Leistungskürzung wahrgenommen (74 %), haben in fast allen Fällen die berufliche Situation nach ihren eigenen Angaben verschlechtert (27 %), mindestens aber nicht verbessert (67 %) und hatten darüber hinaus noch Verdrängungswirkung. 78 % der Befragten gaben an, die von ihnen ausgeübte Tätigkeit wäre normalerweise von einer Berufskünstlerin oder einem Berufskünstler auf der Grundlage eines marktüblichen Werk- oder Honorarvertrages ausgeübt worden. Damit haben diese kunstnahen Mehrarbeitsgelegenheiten faktisch die klassischen Auftragnehmer – Auftraggeberbeziehungen zerstört und gefährden die künstlerische Erwerbstätigkeit zu Marktbedingungen. Die Qualität der diese Angebote organisierenden freien Träger ist in vielen Fällen zweifelhaft: 72 % der Befragten geben an, seitens des Trägers fachlich nur ungenügend oder gar nicht betreut worden zu sein, 59 % erhielten auch keine Weiterbildungsangebote. Die Befragungsergebnisse erhärten die These, dass sogenannte Arbeitsgelegenheiten mit Mehraufwandsentschädigung für freiberuflich arbeitende Berufskünstlerinnen und –künstler geradezu kontraproduktiv sind: sie sind fachlich oft schlecht betreut, verbessern die beruflichen Aussichten nicht, verdrängend freiberufliche künstlerische Erwerbstätigkeit und nehmen die Zeit für die eigene freiberuflich Arbeit, die die beste Grundlage für eine wirtschaftlich selbständige Existenz ist. | |||||
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