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PRESSEERKLÄRUNG DES BBK BERLINS Berlin, 7. Jun. 2007


Aus für das Projekt Tanzzeit ?
Kein Geld für künstlerische Projekte an Schulen ?

„Geradezu ignorant“, so heute Herbert Mondry, Vorsitzender des
berufsverbandes bildender künstler berlins, „ist die politische Führung der
Berliner Schulverwaltung, wenn es um künstlerische Projekte an Schulen geht.
Ihre Antwort auf eine parlamentarische Anfrage zur Zukunft des weit über
Berlin hinaus bekannten Tanzprojektes ist bestürzend: Sinngemäß sagt sie,
derartige kulturelle Arbeiten mit Schülern seien zwar ganz nett, seine
Verwaltung aber habe besseres zu tun. Geld für Nebensachen wolle man nicht
ausgeben."

„Tanzzeit“ ist ein hochambitioniertes Projekt professioneller Tänzer, das
mit übergroßem Erfolg eingeschlagen hatte und von vielen hundert
Schülerinnen und Schülern begeistert aufgenommen worden war, die völlig neue
Erfahrungen machten und ihre Schulzeit im Lichte dieser Tanzarbeit neu
erlebten.

Das weiß auch Bildungssenator Zöllner. Um so schlimmer ist seine Ignoranz.
Sie trifft alle künstlerischen Arbeitsvorhaben an Schulen, ob Tanz, Musik,
Literatur oder Bildende Kunst. In Berlin gibt es wie in keiner anderen
europäischen Stadt viele hundert höchstqualifizierte Künstlerinnen und
Künstler, die für die Berliner Schulen ein enormes Potential sein können.
Gerade an den sozialen und pädagogischen Brennpunkten Berlins können
künstlerische Vorhaben, die Herausforderung der künstlerischen
Ausdruckmöglichkeiten von Jugendlichen elementare Beiträge zur
Persönlichkeitsbildung, den Aufbau von Selbstbewusstsein und gewaltfreier
Sozialbindungen bewirken. Das ist eine schulische Aufgabe! Die Haltung der
Schulverwaltung, diese Projekte allenfalls hinzunehmen, wenn sie von anderen
bezahlt werden, ist schulpolitisch verantwortungslos.

Warum kann das Parlament, warum können die Parteien nicht endlich zu einer
Entscheidung wie in Nordrhein–Westfalen kommen? Dort steht für künstlerische
Schulprojekte jährlich eine fester Fonds zur Verfügung. Für Berlin müsste
das heißen: Schul- und Kulturverwaltung gemeinsam etablieren einen Fonds
„Kunst an Schulen“, der von einzelnen Schulen und Künstlerinnen und
Künstlern gemeinsam entwickelte künstlerische Vorhaben und Aktionen nach
Bewertung durch qualifizierte Fachjuries finanzieren kann.

Der bbk Berlins fordert die im Abgeordnetenhaus vertretenen Parteien auf,
eine solche Initiative über die Parteigrenzen hinweg zu ergreifen.