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Newsletter Dezember 2007

        bbk berlin
  • Schluß mit der Kunst am Alexanderplatz?
  • Mitgliederversammlung am 28.11.2007
  • bbk berlin in Madrid
        kulturwerk des bbk berlin
        bildungswerk des bbk berlin

 


        Inhalt:

Schluß mit der Kunst am Alexanderplatz?

Die europaweit einzigartige und größte Bahngalerie mit ihrem seit 50 Jahren bestehenden und nach
dem Ende der DDR mit hochambitioniertem Programm weitergeführten Ausstellungsraum in der
Berliner U-Bahn soll jetzt der Werbung weichen. Die BVG hat den U-Bahnhof offensichtlich ohne
vertragliche Sicherung dieses Kunstprojektes an die Firma Wall AG zur Vermarktung frei gegeben!
Herbert Mondry, Vorsitzender des Berufsverbandes Bildender Künstler Berlins kommentiert diesen
Skandal: „Man faßt sich an den Kopf. Da wirbt die Bildende Kunst ein riesiges internationales und
nationales Publikum in die Stadt, spült damit Millionen Euro in die Kassen Berlins, der BVG und nicht
zuletzt auch der Firma Wall AG, die die strittigen Flächen jetzt als Werbeflächen nutzen will. Wem
nutzen ein paar Quadratmeter mehr an virtueller Vermüllung des öffentlichen Raumes, die an die Stelle
der Kunst treten sollen?
Die Stadt und die Wirtschaft tragen gemeinsam die Verantwortung für die Kunst, von der beide
profitieren. Dieser profilierte Kunstort am Alexanderplatz mit seinen, für Berlin höchst aktuellen
Ausstellungen kann durch nichts ersetzt werden.“


bbk berlin in Madrid

Der bbk berlin wurde eingeladen vom Madrider Verband Bildender Künstler, AVAM, Artistas Visuales
Asociados de Madrid zu Besprechungen. In einer zweitägigen Konferenz über den Aufbau von
Produktionsstätten für Bildende Künstler im Madrider Bezirk Getafe, AVAM-CRAC und den Aufbau
einer Produktionsstätte im multikulturellen Zentrum für die Künste in Madrid, MATADERO Madrid,
wurden mit Vertretern des Landes Madrid, der Stadt Madrid und politischen Vertretern des Madrider
Bezirks Getafe über Trägermodelle und die Finanzierung der geplanten Infrastrukturen gesprochen.
Neben Vertretern aus England und Frankreich nahm der bbk berlin mit seinem Vorsitzenden Herbert
Mondry und dem Atelierbeauftragen Florian Schöttle an den Beratungen teil.

Die Beratungen mündeten in einer öffentlichen Präsentation, in der die eingeladenen Gäste aus dem
Ausland über ihre Einrichtungen und ihre Arbeitserfahrungen berichteten.

In den, ins Detail gehenden Diskussionen ergab sich, daß das Modell des bbk berlin mit dem Kulturwerk
und Bildungswerk mit dem Madrider Vorhaben vergleichbar ist, und ein Muster für den Aufbau
von Produktionsstätten in Madrid abgeben könnte. AVAM, als Künstlerverband verfolgt weitgehend
die gleichen Aufgaben und Ziele wie der bbk berlin, auch er ist kein Ausstellerverband, sondern Berufsverband.
Als solcher vertritt er die beruflichen, rechtlichen, wirtschaftlichen Ziele seiner Mitglieder und
der Bildenden Künstler in Madrid und setzt den Schwerpunkt auf die Förderung der Infrastruktur.

Im Madrider autonom regierten Bezirk Getafe werden nach und nach für die Kunst und Kultur rund
100.000 qm zur Verfügung gestellt. Der Verband Bildender Künstler AVAM erhält ein noch zu sanierendes,
denkmalgeschütztes Forschungs- und Fabrikgebäude von rund 4.500 qm in einer Gesamtfläche
von 11.000 qm für den Aufbau eines Produktionszentrums für die bildende Kunst, in dem
Ateliers und Projekträume und Werkstätten für Bildende Künstler aufgebaut werden sollen.

In Madrid selbst wird z. Z. ein riesiges, unter Denkmalsschutz stehendes, ehemaliges Schlachthausareal
von mehreren 100.000 qm umgebaut und den zeitgenössischen Künsten zu Verfügung gestellt.
Bis zum Jahre 2011 werden alle Gebäude saniert sein. Bereits jetzt sind Areale für Ausstellungen
und Präsentationen in Betrieb. Ein Theaterzentrum mit multifunktionalen Nutzungsmöglichkeiten,
geführt vom Theatro de Madrid, nimmt in den nächsten Tagen seine Arbeit auf. Weitere Kunstsparten
erhalten Produktions- und Veranstaltungsräume, unter anderem auch der Künstlerverband AVAM.
AVAM erhält einen Gebäudeanteil von rund 1600 qm für Ateliers und künstlerische Produktionen.

Weitere Räumlichkeiten für von AVAM verwaltete Ateliers werden in anderen Stadtteilen Madrids
erschlossen, z.B. werden Erdgeschossbereiche im Sozialen Wohnungsbau für Künstlerateliers, im
Besonderen für Bildhauer reserviert.
Wenn es Madrid gelingt, die in Angriff genommenen Vorhaben zu verwirklichen, wird sich Madrid im
Bereich der zeitgenössischen Künste zur einer der führenden Metropolen in Europa entwickeln.


Mitgliederversammlung am 28.11.2007

Vorstandsneuwahlen: In der Mitgliederversammlung des bbk berlin wurden Vorstandsmitglieder
nachgewählt, nachdem zwei Mitglieder aus dem Vorstand ausgeschieden waren.

Mit Signe Theill und Helga Franz hat der Vorstand des bbk berlin kompetente Mitarbeiterinnen gewinnen
können. Der Vorstand besteht jetzt aus den Künstlerkollegen: Herbert Mondry, Signe Theill, Heidi Sill,
Martin Pfahler, Patrick Huber, Helga Franz und Keike Twisselmann.

Den ausgeschiedenen Vorstandsmitgliedern wurde für ihre 6-jährige Arbeit herzlich gedankt Ute Weiß
Leder übernimmt jetzt Arbeiten für den bbk berlin und das Kulturwerk. Zariamma Harat scheidet aus
zeitlichen Gründen aus.


Lotto-Stiftung fördert den Ausbau der Berliner Kunstwerkstätten

Der Beirat der Stiftung Deutsche Klassenlotterie hat beschlossen, Erhaltung und Ausbau der beiden
künstlerischen Werkstätten im Kulturwerk des bbk berlin, der Druckwerkstatt im Bethanien und der
Bildhauerwerkstatt an der Panke, mit einem Betrag von knapp 600.000,-- Euro zu fördern. Damit sind den
Werkstätten Investitionen in die Zukunft der künstlerischen Produktion möglich:

  • In der Druckwerkstatt entsteht ein technisches Zentrum für Videokunst mit modernen Schnittplätzen und einer Bluebox. Den Berliner Künstlerinnen und Künstlern können in neuen Größenordnungen computergestützte bildgebende Verfahrenstechniken angeboten werden.
  • Die Bildhauerwerkstatt kann sich um eine Kunststoffwerkstatt erweitern. Zugleich kann der künstlerischen Arbeit moderne 3-D-Entwurfstechnik verfügbar gemacht werden.
  • Gleichzeitig ist beiden Werkstätten mit der Förderung durch die Lottostiftung eine Erneuerung ihres bestehenden Maschinenparks möglich.

Dazu Herbert Mondry, Vorsitzender des bbk berlin: „Berlin ist ein zentraler Ort für die künstlerische
Produktion, und haben daran die Werkstätten des Kulturwerks einen wesentlichen Anteil. Die Berliner
Politik, vertreten im Beirat der Lottostiftung, hat das erkannt und beiden Werkstätten jetzt Investitionen
ermöglicht, die in die Zukunft der künstlerischen Techniken weisen. Für die oft unter sehr schwierigen
wirtschaftlichen Verhältnissen arbeitenden Berufskünstlerinnen und -künstler in Berlin ist diese
Förderentscheidung eine Unterstützung und ein Signal der Ermutigung.“

Die Druckwerkstatt im Bethanienkomplex am Mariannenplatz existiert seit 1975 und bietet den Berliner
Künstlerinnen und Künstlern Werkstätten für Siebdruck, Radierung, Lithografie, Papierherstellung und
computergestützte Arbeit an. Die Bildhauerwerkstatt arbeitet seit 1980 in der Osloer Straße im Wedding
und verfügt über Werkstätten für Metall- und Holzbearbeitung, eine Stein-, Keramik- und Gips-, sowie
zukünftig die erweiterte Kunststoffwerkstatt.
Alle Werkstätten stehen allen professionellen Berliner Künstlerinnen und Künstlern gegen ein geringes
Entgelt zur Verfügung.

Detailinformationen zur Medienwerkstatt: http://www.bbk-kulturwerk.de/cms/site/cat34.html
Detailinformationen zur Bildhauerwerkstatt: http://www.bbk-kulturwerk.de/cms/site/cat31.html



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