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Steuerberatung des bbk berlin

Die Beratung umfasst alle Steuerarten sowie auch Buchführungs- und Bilanzierungsfragen. Künstler die den Start in die freiberuflichkeit wagen, können sich in einem 20minütigem Beratungsgespräch über ihre steuerlichen Pflichten und Rechte informieren. Aber auch Einzelfragen zu speziellen Themen werden beantwortet und Hilfestellungen bei Erstellung der Steuererklärungen gegeben.
Die Beratungsleistungen stehen allen Mitglieder des bbk berlin kostenlos zur Verfügung.

Der bbk berlin stellt seinen Mitgliedern 1 x monatlich mittwochs von 11- 15 Uhr einen Steuerberatungstermin nach vorheriger Terminvereinbarung mit Frau Hobohm, Herrn Vogel bzw. Herrn Dr. Klier an.

Die Beratungstermine vereinbaren Sie bitte mit der Geschäftsstelle unter tel. 030 - 230 899 0.


Tipps:

Bundessozialgericht: steuerfreie Stipendien sind künstlerisches Einkommen

Steuerfreie Stipendien müssen künftig von der KSK - abweichend von der bisherigen Praxis - als Einkommen aus künstlerischer Tätigkeit anerkannt werden. Damit tragen Einkünfte aus Stipendien zum Erreichen des Mindesteinkommens von mehr als 3.900 Euro bei. Dies hat das Bundessozialgericht in einer Entscheidung festgestellt. Das hat weitreichende Folgen: Künstlerinnen und Künstler, die in den vergangenen vier Jahren einen bestandskräftigen Bescheid über sog. Versicherungsfreiheit, d.h. Beendigung der Mitgliedschaft in der KSK erhalten haben, obwohl sie mit einem steuerfreien Stipendium das Mindesteinkommen erzielt hätten, können gegen diesen Bescheid vorgehen. Auskünfte über die KSK.


Umsatzsteuerreglung beim Verkauf von Kunstwerken: 7% oder 19%?

Zur aktuellen Situation bei Kunstverkäufen mit unterschiedlichen Umsatzsteuersätzen von 7% (für Künstlerinnen und Künstler) und 19% (für Galerien und Kunsthandel):

  1. umsatzsteuerpflichtige Künstlerinnen und Künstler verkaufen aus Ihrem Atelier an Privat oder auch an Institutionen für 7% MwSt. wie bisher geregelt. (Diejenigen, die unter die Kleinunternehmerreglung fallen, schreiben Rechnungen ohne MwSt!)
  2. Künstlerinnen und Künstler vereinbaren mit Galerien oder dem Kunsthandel generell einen Nettopreis für Ihre Werke und davon erhalten sie 50% (bzw. je nach Absprache). Auf den Endpreis für die Kunden werden die 19% der Händler zuzüglich berechnet. Das ergibt den Endpreis des Werks. Diejenigen, die nicht umsatzsteuerpflichtig sind (Kleinunternehmerreglung), berechnen dem Händler das Werk ohne MwSt., die Umsatzsteuerpflichtigen berechnen den Galeristen 7% MwSt. (Unabhängig von der Art der Zusammenarbeit zwischen Künstlern/innen und Galeristen/innen oder Händlern/innen, ob in Kommission oder Vertretung sollte immer eine vertragliche Vereinbarung über die betreffenden Kunstwerke geschlossen werden.)

Eine spürbare Erleichterung für Künstler/innen und Kunsthandel würde der geforderte und noch immer ausstehende "Anwendungserlass" für die Margensteuerreglung durch die Länder bedeuten.

Berechnungsbeispiel: Ein Kunstwerk kostet 2.000,00 Euro inkl. MwSt.

  1. Aus dem Atelier: (Künstler/in ist umsatzsteuerpflichtig)
    Umsatzsteuerpflichtige verkaufen direkt an Kunden für 2.000,00 Euro. Ihre Einnahme beträgt 1.869,16 Euro, 7% = 130,84 Euro MwSt. sind dem Finanzamt zu melden. Gezahlte Mehrwertsteuer für Material-, Atelierkosten etc. kann in der Umsatzsteuererklärung gegen eingenommene MwSt. (der Einnahmen) verrechnet werden.

  2. Aus dem Atelier: (Künstler/in ist Kleinunternehmer/in)
    Kleinunternehmer verkauft direkt an Kunden für 2.000,00 Euro. Gezahlte Steuern für Material-, Atelierkosten etc. können nicht geltend gemacht werden.

  3. Verkauf in der Galerie: (Künstler/in ist umsatzsteuerpflichtig)
    Die Galerie verkauft an den Kunden für 2.000,00 Euro. Die Galeristen zahlen 19% = 319,33 Euro MwSt.: 2.000,00 – 319,33 = 1680,67 Euro (Netto).
    Umsatzsteuerpflichtige Künstler/innen erhalten in diesem Beispiel vom Galeristen
    50% vom Netto + 7% MwSt.:
    840,33 + 58,82 = 899,15 Euro. * (7% MwSt. muss abgeführt werden.)
    Gezahlte Steuern für Material-, Atelierkosten etc. können gegengerechnet werden.
    * Der ermäßigte Mehrwertsteuersatz von 7% auf den Verkauf vom Künstler an den Galeristen bleibt erhalten. (gilt auch für Bühnen- und Kostümbildner/innen)

  4. Verkauf in der Galerie: (Künstler/in ist Kleinunternehmer/in)
    Die Galerie verkauft an den Kunden für 2.000,00 Euro, meldet dem Finanzamt 19% MwSt = 319,33 Euro und behält 840,33 Euro. Die Galerie ist vorsteuerabzugsfähig.
    Der/die Künstler/in erhält vom Endpreis (2.000,00 Euro) 50% vom Netto = 840,33 Euro. (Rechnung ohne MwSt. bei Kleinunternehmerreglung)

  5. Künstler/innen drucken für die eigene künstlerische Produktion bzw. für Kollegen/innen und veräußern die Arbeiten bzw. setzen die Arbeitsleistung in Zahlung:
    Dabei ist zu beachten, dass für den Verkauf der eigenen künstlerischen Druckerzeugnisse* 7% MwSt. zu berechnen sind, jedoch 19% sofern es sich um eine Dienstleistung handelt, das betrifft den Druck der künstlerischen Arbeiten ebenso wie den Verkauf.
    * Wie bisher gelten für Fotografie, Siebdruck, Video, Lichtkunst etc. eine MwSt von 19%! (keine 7%)

Der ermäßigte Umsatzteuersatz von 7% gilt ab 01.01.2013 nur noch für die direkt vom Urheber/ Künstlerin veräußerten Kunstwerke. Sobald gewerblich mit der Kunst gehandelt wird, also wenn z.B. ein Galerist/in die Werke verkauft, gilt der normale Steuersatz von 19%.

Der ermässigte Steuersatz von 7% für den Verkauf von Kunstgegenständen ist hier geregelt: § 12 Abs.2 Nr.1 UStG in Verbindung mit Nr.53 der Anlage 2 zum UStG: http://www.gesetze-im-internet.de/ustg_1980/anlage_2.html

53 
Kunstgegenstände, und zwara) Gemälde und Zeichnungen, vollständig mit der Hand geschaffen, sowie Collagen und ähnliche dekorative Bildwerke, Position 9701
b) Originalstiche, -schnitte und -steindrucke, Position 9702 00 00
c)Originalerzeugnisse der Bildhauerkunst, aus Stoffen aller Art

Diese Änderung wurde auf Druck der EU umgesetzt, sie war ja schon lange avisiert. Letztlich hat man die Künstler/innen dann doch vor der Steuersatzerhöhung bewahrt. Die Regelung kann dennoch zu Konflikten führen, denn ein Kauf direkt von dem/ der Künstler/in wird nun viel attraktiver.


Wann 7% oder 19% Mehrwertsteuer?
Muss ich auf meine Rechnungen 7 oder 19 % Mehrwertsteuer aufschlagen? Die Unsicherheit ist selbst bei Steuerberatern groß - dabei ist es im Gesetz ziemlich eindeutig geregelt:

Grundsätzlich gilt der volle Mehrwertsteuersatz von 19 %. Der ermäßigte Mehrwertsteuersatz von 7% gilt im Bereich der Berufsgruppen, an die sich dieser Ratgeber wendet, vor allem für

* "die Einräumung, Übertragung und Wahrnehmung von Rechten, die sich aus dem Urheberrechtsgesetz ergeben" (§ 12 Abs. 2 Nr. 7c UStG).

Das heißt: Wer immer urheberrechtlich geschützte Werke schafft und anderen zur Nutzung überlässt, braucht dafür nur 7% Mehrwertsteuer zu nehmen. Was für Werke das genau sind, ist egal - Hauptsache, sie sind urheberrechtlich geschützt: Romane, Zeitungsartikel, Werbetexte, Pressemitteilungen, Übersetzungen, Fotos, gestaltete Websites, Firmenlogos, Computerprogramme, Filme, Opern, Jingles für den Rundfunk - alles 7%. Das Gerücht, dass in der Werbung oder für manche Fotos 19% genommen werden müssen, hält sich zwar hartnäckig, ist aber falsch.

19% gelten nur für Selbstständige, die durch ihre Arbeit keine eigenen Urheberrechte erwerben. In der Regel also für Lektoren, Cutterinnen, Korrektorinnen, Dozenten, IT-Berater - und für Übersetzerinnen dann, wenn sie Texte übersetzen, die nicht veröffentlicht werden, wie Gerichtsdokumente, Verträge oder private Aufzeichnungen.


mediafon informiert: Wird einer freiberuflichen Lehrkraft rückwirkend bescheinigt, dass ihr Unterricht berufs- oder prüfungsvorbereitend ist, so muss das Finanzamt die entsprechenden Steuerbescheide ebenfalls rückwirkend ändern, auch wenn sie schon "bestandskräftig" sind. Das hat der Bundesfinanzhof (BFH) in einem jetzt veröffentlichten Urteil vom 20. August entschieden.
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Von Interessen ist das vor allem für Leute, die zu spät feststellen, dass sie im Vorjahr die 17.500-€-Grenze für die Umsatzsteuerbefreiung für Kleinunternehmer überschritten haben und im folgenden Jahr deshalb umsatzsteuerpflichtig gewesen wären, aber keine Umsatzsteuer erhoben haben. Sie können sich in diesem Fall also nachträglich eine Bescheinigung ausstellen lassen, dass sie die Bedingungen für die berufsspezifische Steuerbefreiung erfüllen, und so vermeiden, dass sie Umsatzsteuerbeträge abführen müssen, die sie gar nicht in Rechnung gestellt haben (Aktenzeichen V R 25/08).
http://www.mediafon.net/meldung_volltext.php3?id=4aef44261176b&akt=news_steuern 

  

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