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Antworten zum Thema KSK

Wie genau muss die Schätzung des Jahresarbeitseinkommens (JAE) für die Jahresmeldung sein?
Es handelt sich eben um eine Schätzung!!! Und wie es der Begriff schon beinhaltet und es uns der Künstleralltag lehrt, weichen die Schätzungen sehr oft, eigentlich immer vom endlichen JAE ab. Allgemeine Erfahrungen, wie es einige erhoffen ("Fragen Sie Frau Marianne!") helfen überhaupt nicht weiter. Entweder stützt man sich auf den Wert des Vorjahres oder rechnet erst einmal die feststehenden Einkommen für das kommende Jahr aus. Auf jedem Fall sollte man dann die reale Einkommensentwicklung beobachten und bei signifikanten Änderungen nach oben oder unten dies der KSK formlos melden (Aktenzeichen nicht vergessen!).

Was geschieht, wenn die Schätzung weit unter dem erzielten JAE liegt?
Nicht viel, es sei denn man übertreibt's. Bis 2008 gab es seitens der KSK in solchen Fällen weder Beitragsnachforderungen noch Bußgelder, sondern nur die Zeigefingermahnung, es doch künftig etwas genauer zu nehmen. Seit 2008 kann es bei mehrjähriger Abweichung der Schätzung nach unten von ca. 300% (!) zu Bußgeldverfahren kommen. Von Beitragsnachforderungen ist uns bisher nichts bekannt. Wichtig: Das JAE darf innerhalb von sechs Jahren zwei Mal begründet (also z.B. bei hohen Investitionen) unter 3.900 € betragen, aber es gibt keinen Anlass, das zu strapazieren, da weder Finanzamt noch KSK das reale JAE wirklich überprüfen (wollen), wenn es höher angegeben wird. Und bis 5.040 € JAE zahlt man sowieso immer den Mindestbeitrag.

Wie steigen die Beiträge bei höherem Einkommen (also über 5.040 €)?
Prozentual-linear, d.h. die Beiträge errechnen sich immer im gleichen Prozentsatz vom JAE. Progressionssprünge oder - stufen gibt es nicht. Auch der Anteil der KSK an den Beiträgen aus Künstlersozialabgabe und Bundeszuschuss ändert sich prozentual bei steigendem Einkommen nicht.

Wie verhalten sich die Beiträge bei einem Einkommen zwischen 3.900 und 5.040 €?
Bis zu einem Jahresarbeitseinkommen von 5.040 € zieht die KSK Mindestbeiträge in gleicher Höhe ein und erst darüber steigen die Beiträge linear-prozentual mit steigendem JAE, soweit es die Beiträge zur Kranken- und Pflegeversicherung betrifft. Für den Beitragssatz zur Rentenversicherung gilt, dass er bereits ab 3.900 € prozentual (9,95%) steigt.

Wie verhalten sich andere Einkommen aus abhängigen bzw. nicht-künstlerischen selbstständigen Tätigkeiten zum JAE nach dem KSVG?
Entscheidend ist nicht der Zeitaufwand bei mehreren Tätigkeiten, sondern das Einkommen! Und hierbei ist wichtig, dass es immer um das Verhältnis von Nettoeinkommen (bei abhängigen Beschäftigungen bzw. Transferleistungen wie ALG I bzw. II) und Gewinn (bei selbstständigen Tätigkeiten) geht, also nicht um Umsatz bzw. Brutto. Und hierbei gilt der Grundsatz, dass die Versicherungspflicht nach dem KSVG endet, wenn die Einkommen aus anderen Tätigkeiten überwiegen (Ein vorübergehendes Ruhen bzw. Pausieren der Versicherungspflicht nach dem KSVG gibt es übrigens nicht!). Strittig ist in der Rechtsprechung allerdings noch immer, wie dieses Verhältnis numerisch definiert wird. Reichen 1 € mehr aus JAE nach dem KSVG oder müssen es 60,70 oder 80% des Gesamteinkommens sein.

Gilt ein Stipendium als JAE nach dem KSVG?
Grundsätzlich nein! Auch Künstlerstipendien in der Regel nicht. Geringfügige Ausnahmen hiervon sind allerdings möglich, wobei es allerdings um den jeweiligen konkreten Ausschreibungs- bzw. Bewilligungstext des Stipendiums geht! Daran ändert auch die zunehmende Praxis der Krankenkassen nichts, Stipendien als Beitragsbemessungseinkommen in der Kranken- und Pflegeversicherung anzunehmen. siehe: Meldungen - Stipendien = Arbeitseinkommen?

  

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