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bbk berlin: Zum neuen Verteilungsplan der VG Bild-Kunst 

Pressemitteilung vom 4. Juli 2017

Zur Mitgliederversammlung der VG Bild-Kunst in Bonn am 29. Juli 2017 hat jedes Mitglied umfangreiche Unterlagen mit vielen Anträgen erhalten. Bundesverbände von Künstler*innen baten im Vorfeld um Stimmübertragung, ohne die Künstler*innen von der Brisanz der angekündigten Entscheidungen in einfacher, verständlicher Form zu unterrichten oder sie in ein diskursives Verfahren einzubeziehen.  

Der Mitgliederversammlung der VG Bild-Kunst liegt ein Antrag zur Änderung des „Verteilplans Privatkopie digital“ vor, der für viele Künstler*innen erhebliche finanzielle Konsequenzen haben kann. Künftig sollen Künstler*innen nicht mehr selbst digitale Werknutzungen gegenüber der VG melden können. Überhaupt sollen sich künftig Vergütungen nicht mehr an der tatsächlichen digitalen Werknutzung orientieren, obwohl diese technisch ohne weiteres darstellbar ist.  

Stattdessen sieht der Antrag vor, dass die Verwertungsgesellschaft ihre maßgeblichen Einnahmen von ca. 40 Mio. Euro aus der „Geräteabgabe“ als „Kopierabgabe Kunstausstellungen“ künftig nach einem neuen Punktesystem verteilen will. In ihm sollen Künstler*innen Vergütungen für eine Teilnahme an Kunstausstellungen erhalten, wobei das Punktesystem Ausstellungen in „international/national bedeutenden Ausstellungsorten“ finanziell privilegiert. 

Dieser Antrag wirft zahlreiche Fragen und Probleme auf: 

  • Vergütungsansprüche orientieren sich dann nicht mehr an tatsächlicher Nutzung der urheberrechtlich geschützte Werke, sondern an künstlerischen Aktivitäten, die damit nichts oder nur am Rande zu tun haben; 
  • finanzielle Auswirkungen: Künstler*innen, die bisher digitale Werknutzungen gemeldet und dafür Vergütungen erhalten haben, werden gravierende Einbußen hinnehmen müssen. Es besteht die Gefahr einer Umverteilung von Einnahmen der VG Bild-Kunst von unten nach oben; 
  • die „Kopiervergütung Kunstausstellungen“ vergütet die Teilnahme an Kunstausstellungen aus Einnahmen, die der Verwertungsgesellschaft aus der Geräteabgabe bereits zur Verfügung stehen. Sie werden also nur umverteilt und keine neue Einnahmen generiert. Die „Kopiervergütung Kunstausstellungen“ wird also von den Künstler*innen, die Mitglieder der VG sind, selbst bezahlt!

Mit einer dringend notwendigen Reform des Urheberrechtes, mit der die Bildenden Künstler*innen endlich allen anderen Urheber*innen gleichgestellt, das Ausstellungsrecht erweitert und ein echter neuer Rechtsanspruch auf angemessene Vergütung von Werknutzungen durch Ausstellungen entstehen soll, hat die „Kopierabgabe Kunstausstellung“ natürlich nichts zu tun. Denn nur mit einer solchen Reform entstünde ja ein echter und neuer Vergütungsanspruch. Diesen Anspruch könnten Urheber*innen bzw. „ihre“ Verwertungsgesellschaft dann gegenüber Verwertern – hier also den Ausstellungsinstitutionen – geltend machen.  

Das bildungswerk des bbk berlin und der bbk berlin laden Sie herzlich zu einer Diskussionsveranstaltung ins ExRotaprint am 12. Juli um 19 Uhr ein: 

 #Ich krieg' weniger - Zum neuen Verteilungsplan der VG Bild-Kunst 
http://www.ich-krieg-weniger.de/

Zeit: 12. Juli 2017 um 19:00 Uhr
Ort: ExRotaprint, Gottschedstr. 4, 13357 Berlin-Wedding, Projektraum Glaskiste Hof 1. OG
http://www.exrotaprint.de/projektraum/

Gesprächsleitung: Dr. Frieder Schnock, Geschäftsführer bildungswerk des bbk berlin
Einführung:  Martin Zellerhoff, bildender Künstler / Initiator von #Ich krieg weniger
Kurzvortrag: Dr. Urban Pappi, Geschäftsführender Vorstand der VG Bild-Kunst
Kurzvortrag: Serge Licht, LaPixa Berlin: „Online Monitoring-Auffinden von Bildern im Internet“

Diskussion: Zu den Problemen des neuen Verteilungsplans der VG Bild-Kunst mit

  • Dr. Miriam Kellerhals, Urheberrechtsanwältin
  • Werner Schaub, Vorstand der BG I der VG Bild-Kunst und Bundesvorsitzender und Sprecher des Bundesvorstandes BBK e.V.
  • Raimar Stange, Journalist und Kurator
  • Martin Zellerhoff,  bildender Künstler / Initiator von #Ich krieg weniger
  • Christina Zück, bildende Künstlerin 

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Informationsmaterial:

Die Anträge zur Ausstellungs- und zur Bildrechtevergütung sind auf der Internetseite der VG Bild-Kunst nachzulesen. Die neuen Verteilungsregeln in Abstimmung:

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Intitiative #Ich krieg weniger von Martin Zellerhoff http://www.ich-krieg-weniger.de/
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bildungswerks des bbk berlin unter:
http://www.bbk-bildungswerk.de/con/cms/front_content.php?idcat=123
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Einladung und Unterlagen zur Mitgliederversammlung der VG Bild-Kunst am 29.7.2017:
http://www.bildkunst.de/vg-bild-kunst/mitglieder-und-berufsgruppenversammlungen/anstehende-mitgliederversammlungen/einladung-und-unterlagen.html
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Dr. Martin Vogel hat vor dem Europäischen Gerichtshof ein Urteil erstritten, die den tatsächlichen Urheber*innen die direkte und gerechte Vergütung an ihren Werken sichert.
https://www.perlentaucher.de/essay/die-neuregelung-der-verlegerbeteiligung-eine-irrefuehrung-der-urheber.html

  

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