Aktuelles   –   Kontakt   –   Drucken

Zurück zur Übersicht

Kein Mindestlohn in der Kreativbranche - Wovon Künstler leben (müssen)

Beitrag vom 10.10.2017

Zeitfragen: Das Feature - Von Katrin Albinus

Was wäre die Welt ohne Bücher, Filme, Gemälde oder ohne Musik – kurz, ohne Kunst? Mit Sicherheit ein ziemlich langweiliger Ort. Trotzdem verdienen Künstler meist nicht einmal den Mindestlohn. Ist in unserer Gesellschaft Kunst nichts wert?

...Auszüge:

Nur etwa 10 Prozent der Künstler haben eine feste Galeriebindung. Wer keine hat, muss sich selbst managen: vermarkten, netzwerken, Ausstellungen organisieren – um seine Bilder an den Mann oder die Frau zu bringen. Eine Aufgabe, die viel Zeit kostet. Wenn dann noch Nebenjobs dazukommen, wird die eigentliche Kunst-Produktion immer schwieriger, weiß Herbert Mondry vom berufsverband bildender künstler*innen in Berlin. 

"Das sind drei Bereiche: das Kunstmachen, das Management und dann das Geld verdienen. So, dann können Sie sich ausrechnen, wie lange das gut geht. 10 Jahre? 15 Jahre? Dann ist ein Künstler in der Regel, oder eine Künstlerin, schon fast verbrannt."  ...

Um die Situation der Kunstschaffenden zu verbessern, fordert der Berufsverband seit Jahren, dass Künstler, deren Arbeiten in kommunalen Galerien ausgestellt werden, bezahlt werden. Wie jeder andere, der dort arbeitet, auch. 

"Das ist natürlich eine sehr komische Sache, ... alle verdienen mit an dem Ausstellungsbetrieb, aber ausgerechnet der Künstler, der eigentlich den eigentlichen Inhalt liefert, kriegt nichts! ...

Seit 2016 gibt es in der Hauptstadt das "Berliner Modell", die Künstler erhalten 1000 Euro für eine Einzelausstellung und 150 bis 350 Euro für die Teilnahme an einer Gruppenausstellung.

Auch die Zahl der Arbeitsstipendien wurde erhöht, von ehemals 15 auf 54 Stipendien (Red.Anm.bbk berlin: Arbeitsstipendien - z.Z.11 - Recherchestipendien - z.Z.60 - *). Doch im Bereich der Atelierförderung etwa ist die Entwicklung eher rückläufig. Die Preise für Wohn- und Arbeitsräume steigen stetig an. ....

Zum Nachlesen und Nachhören unter: http://www.deutschlandfunkkultur.de/kein-mindestlohn-in-der-kreativbranche-wovon-kuenstler.976.de.html?dram:article_id=397874

 

* Redaktionelle Anmerkungen bbk berlin:  

Arbeitsstipendien Bildende Kunst
siehe: https://www.berlin.de/sen/kultur/foerderung/foerderprogramme/bildende-kunst/artikel.59934.php :
Die 11 zu vergebenden Arbeitsstipendien sind mit jeweils 18.000 € dotiert. Das Stipendium umfasst außerdem die Teilnahme an einer Gruppenausstellung, an einem Katalogbeitrag und an einem Rahmenprogramm.

Recherchestipendien Bildende Kunst
siehe:  https://www.berlin.de/sen/kultur/foerderung/foerderprogramme/bildende-kunst/artikel.467404.php :
Es werden mindestens 52 Stipendien an Künstlerinnen und Künstler und maximal 8 Stipendien an Kuratorinnen und Kuratoren vergeben. Die Recherchestipendien sind mit jeweils 8.000 € dotiert.

  

bbk berlin e.V.

Köthener Straße 44
10963 Berlin

tel 030 230899-0
fax 030 230899-19

info@bbk-berlin.de