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Koalition der Freien Szene - eine Bilanz

Pressekonferenz am 12. April 2018, 11 Uhr

Pressekonferenz

zum Rücktritt von Christophe Knoch aus dem Sprecher*innenkreis - eine Bilanz

am 12. April 2018, 11 Uhr

Bar Babette, Karl-Marx-Allee 36, 10178 Berlin

6 Jahre Koalition der Freien Szene. 6 Jahre Engagement um verbesserte Arbeitsbedingungen für die Freie Szene, für Berliner Künstler*innen. 3 Staatssekretäre, zwei Senatoren später: Noch immer ist zu wenig verstanden, nichts ist erledigt.

2012 wurde erstmalig ein 10 Punkte-Programm entworfen, in dem sich die Koalition der Freien Szene für eine neue Kulturpolitik ausgesprochen hat: Erweiterte, barrierefreie und bedarfsgerechtere Förderprogramme; verbindliche Honoraruntergrenzen für alle Sparten; 50 % der City-Tax-Einnahmen für die Freie Szene; bezahlbare Orte und Räume; künstlerische Selbstverwaltungsstrukturen, usw. Kurz, eine Kulturpolitik, die wegführt von prekären Verhältnissen, sozialen Schieflagen und künstlerischen Erwerbsbiografien, die oftmals weit unterhalb der Armutsgrenze liegen.

Gerne wird die Freie Szene als herausragender Standortfaktor im Berliner Stadtmarketing herangezogen, darf Kulisse für eine weltoffene Metropole spielen. In nahezu jedem Wahlprogramm finden sich anerkennende Worte und wohlfeile Versprechen. Auch in der Koalitionsvereinbarung der aktuellen rot-rot-grünen Regierungskoalition wurden vollmundige Aktionspläne angekündigt, richtungsweisende Impulse vom neuen Kultursenator versprochen. Und tatsächlich – dank einer historisch günstigen Kassenlage konnte so viel Geld wie noch nie in die Kultur gesteckt werden. Klaus Lederer wird nicht müde, sich und seiner Senatsverwaltung ein gutes Zeugnis auszustellen, avancierte gar zum beliebtesten Politiker Berlins. Schaut man allerdings genauer hin, überwiegen die Lippenbekenntnisse, blieb fast alles beim Alten.

Die Arbeitsbedingungen für Berliner Künstler*innen sind und bleiben prekär – trotz einiger Honoraruntergrenzen und Ausstellungshonoraren, die eindeutig zu den Verdiensten von Tim Renner und Klaus Lederer gezählt werden müssen.

Unverändert bleibt es bei dem Ungleichgewicht in der Verteilung der Fördergelder: Nach wie vor sind es 95% in die Institutionen zu 5% in die Freie Szene. Unverändert wird Partizipation als Methode einer neuen Politik gepredigt, aber dennoch im Alleingang gehandelt.

Dem steht gegenüber, dass mit der Koalition der Freien Szene ein einmaliges Modell der Zusammenarbeit aller Künste geschaffen wurde und dass es nie bessere Kommunikationsstrukturen innerhalb der Freien Szene gab. Und nie gab es ein klareres Verständnis davon, Kunst von Kulturpolitik zu trennen und sich in letzterem zu engagieren, um eine Verbesserung der Produktionsstrukturen von ersterem zu erreichen.

Was bleibt unterm Strich? Wann wird von der öffentlichen Hand verstanden, dass die Bürgerschaft bereits im 21. Jahrhundert angekommen ist? Was kommt vom neuen Geldsegen tatsächlich bei den Berliner Künstler*innen an? Was wäre der Vorteil von Partizipation und was sind die Nachteile etatistischen Handelns? Wie kann es weitergehen? Was muss sich aus Sicht der Koalition der Freie Szene ändern? Wo besteht dringender Handlungsbedarf? 

 


 

Koordiniert wird die Arbeit der Koalition der Freien Szene von dem Sprecher*innenkreis, in dem Einzelpersonen und Verbände der Kunstsparten vertreten sind:

Sprecher*innen:
Christophe Knoch, Mica Moca Project Berlin

Für Bildende Kunst:
Corinna Weiner, Bernhard Kotowski, berufsverband bildender künstler*innen berlin

Für Kulturproduktion:
Wibke Behrens

Für Musik:
Sebastian Elikowski- Winkler, DACH/MUSIK, Initiative Neue Musik

Bettina Bohle, Magnus Schriefl, DACH/MUSIK, IG Jazz Berlin

Für Literatur:
Eric Schumacher, Alexander Filyuta, Netzwerk Freie Literaturszene Berlin e.V.

Für Tanz:
Simone Willeit, Uferstudios GmbH, Tanzraumberlin

Für Darstellende Künste:
N.N., Landesverband Freie Darstellende Künste (LAFT Berlin)

Für Projekträume:
Chris Benedict, Matthias Mayer, Netzwerk freier Berliner Projekträume und -initiativen
 

  

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