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IFSE - Studie zur Lage der Künstler*innen in Berlin: Der berufsverband bildender künstler*innen berlin fordert Senat zum Handeln auf

Presseinformation des bbk berlin vom 04. Mai 2018

Heute hat sich der Vorstand des bbk berlin an Kultursenator Lederer gewandt. Die Ergebnisse der Untersuchung des Institutes für Strategieentwicklung "Zur Lage der Bildenden Künstler*innen in Berlin", die vor einer Woche öffentlich gemacht wurden, sind eine Handlungsaufforderung an die Berliner Politik. 

Wie aus der Studie hervorging ermöglichen Berliner Bildenden Künstler*innen jährlich tausende von Ausstellungen. Die 1.700 Teilnehmer*innen der Umfrage gaben an, in den letzten drei Jahren ungefähr 3.200 Einzel- und 10.000 Gruppenausstellungen bestritten zu haben, – davon fanden rund 40% dieser Ausstellungsaktivitäten in Berlin statt. Durch ihre Mitwirkung an nationalen und internationalen Ausstellungsvorhaben tragen die Bildenden Künstler*innen also einen substantiellen Teil zum Berliner Kunst- und Kulturangebot und damit wesentlich zum Ruf Berlins als Kunst-und Kulturmetropole bei. So liegt es auch in der Verantwortung der Berliner Landespolitik, ihnen dafür ausreichende Rahmenbedingungen zu schaffen. 

Denn die Studie belegt ebenso einen deutlichen Gender-Pay-Gap, der in Berlin bei knapp 30% liegt, das ist auch auf dem Kunstmarkt kein Geheimnis. Besonders betroffen: Alleinerziehende und Familien. Die derzeitigen 55 Recherchestipendien für Bildende Künstler*innen können da nur der Beginn eines Ausbaus der Künstlereinzelförderung sein, denn diese entwickelt über den Einzelfall hinaus eine große Breiten-und Tiefenwirkung. Die Studie zeigt, dass der Vorschlag vom bbk berlin und der Koalition der Freien Szene, annähernd 350 "Zeitstipendien" jährlich zu vergeben, gut begründet ist. Eine Sofortmaßnahme: Aufhebung der "2-Jahres-Bewerbungssperre", die ausschließlich für Bildende Künstler*innen festgelegt wurde und sowohl für die Arbeits- wie für die Recherchestipendien gilt.

Auch die Atelierproblematik muss in ihrer Dramatik öffentlich werden. Die Kulturverwaltung verweist auf ihr "Arbeitsraumprogramm" und dass viel Geld dafür bereitgestellt wird – Geld, das jedoch kaum bei den Künstler*innen ankommt! 2018 und 2019 können nach aktuellem Stand weniger als 100 bezahlbare Ateliers im "ARP" neu angeboten werden. Gleichzeitig verlieren wir jedoch pro Jahr 350 bezahlbare Ateliers, was konservativ gerechnet ist. Nicht einmal ein Drittel der jährlichen Verluste können so ausgeglichen werden. Das ist viel weniger, als auch der Senat selbst für erforderlich hält.

Eine konzeptionelle Abstimmung mit dem bbk berlin und dem Atelierbeauftragten ist dringlich, um kurzfristig dem wachsenden Atelier- und Arbeitsraumnotstand Einhalt bieten zu können.

 

Cornelia Renz und Heidi Sill,
Sprecherinnen des bbk berlin

www.ifse.de/pressespiegel-und-neuigkeiten/einzelansicht/article/studio-berlin-iii.html

  

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