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Neuer Skandal am Staatsopern-Bau!

Pressemitteilung: bbk berlin, Deutscher Künstlerbund und Architektenkammer Berlin

Das bereits skandalträchtige Bauvorhaben der Staatsoper hat ein weiteres Leck:

Die Senatsverwaltung lenkt das zugehörige Kunst am Bau-Projekt am zuständigen Beratungsausschuss Kunst vorbei!

Im Rahmen öffentlicher Bauvorhaben werden ein bis zwei Prozent für Kunst am Bau ausgegeben. Das entspricht der bundesrepublikanischen Tradition demokratischer Baukultur und ist auch bei der Staatsoper der Fall. Da es sich dabei um öffentliche Gelder handelt, lässt sich das Land Berlin von einem Fachausschuss beraten und ein entsprechendes Wettbewerbsverfahren empfehlen. Dafür wurde 1979 der Beratungsausschuss Kunst (BAK) begründet und 2015 nach Konflikten um Mitbestimmung der Künstlerinnen und Künstler und transparente Verfahren neu berufen und durch Fachleute bereichert. Doch erfuhr der Beratungsausschuss Kunst von der Auslobung des Kunstwettbewerbes zur Staatsoper erst durch die Medien. Seine fachliche Empfehlung wurde von der Senatsverwaltung gar nicht erst abgefragt. Die Tatsache, dass das „Bewerbungsverfahrens Kunstwettbewerb Staatsoper“ am dafür zuständigen Ausschuss, der den Regierenden Bürgermeister in allen Fragen der Kunst im öffentlichen Raum beraten soll, vorbeiging, empört die Künstler- und Architektenschaft und ihre Vertretungen. Darüber hinaus handelt es sich bei dem nun von der Senatsverwaltung eingeleiteten Bewerbungsverfahren um ein seit Jahren von allen Berufsverbänden kritisiertes Verfahren mit vorgeschaltetem Auswahlgremium, das sich im Land Berlin in der Regel nicht aus Fachleuten, sondern aus Behördenangestellten zusammen setzt. Hier trifft ein intransparentes Verfahren auf ein ohnehin skandalträchtiges Bauvorhaben, das sicherlich auch den Untersuchungsausschuss zur Staatsoper des Abgeordnetenhauses interessiert.

Die im Beratungsausschuss Kunst vertretenen Fachverbände fordern den Regierenden Bürgermeister und die zuständigen Senatsverwaltungen auf, die Anweisung Bau hinsichtlich der Kunst am Bau und ihrer Beratung durch den Beratungsausschuss Kunst konsequent einzuhalten. Deren neuerliche Umgehung durch die Verwaltungen verdeutlicht die Dringlichkeit einer fachlichen Prüfung von Kunstwettbewerben, wie es bei den Architekturwettbewerben der Fall ist. Dafür die notwendigen Voraussetzungen in einer verbesserten Anweisung Bau zu schaffen, sind die verantwortlichen Politiker/innen des Landes Berlin hiermit erneut aufgerufen!

 

Herbert Mondry, Pia Lanzinger, Lou Favorite, María Linares, Cornelia Renz, Konrad Zander; Vorstand des bbk berlin e.V.

Frank Michael Zeidler, Vorsitzender des Deutschen Künstlerbundes e.V.

Christine Edmaier, Präsidentin der Architektenkammer Berlin (Architektin)

  

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