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ZK/U: Zwischen Kunst, Aktivismus und alternativer (Club-)Kultur am 16. April

Der bbk berlin informiert:

16 Apr 2019 | 18:00

Dies ist die Ausgangsfrage des ZK/U Untersuchungsausschuss #03. Die dritte Ausgabe des ZK/U Untersuchungsausschusses untersucht Solidaritätspraktiken in den Bereichen Kunst, Aktivismus und alternativer (Club-)Kultur.

Ziel ist es, durch Beispiele aus dem praktischen Widerstand zu inspirieren, zu motivieren und diese kritisch zu hinterfragen. Der Ausschuss wird während der Veranstaltungen den Rahmen schaffen, sich gemeinsam mit Akteur*innen und Initiativen aus Berlin über nachhaltige widerständige Strukturen gegen Gentrifizierung und kapitalistischer Verwertungslogiken auszutauschen sowie den Dialog starten, um gemeinsam gegen aufkommende faschistische Tendenzen langfristig handlungsfähig zu sein.

In der dritten Veranstaltung zum Thema “Prekarisierung / Selbstausbeutung” beschäftigt sich der UA#03 mit der Situation der Kunst- und Kulturschaffenden. Die Bedingungen unter denen Kultur- und Kunstschaffende arbeiten sind oft prekär, denn von vielen wird Kunst nur als eine Form der Ware angesehen, die Unterscheidung von partizipativer Kunst und Kunstmarkt wird nicht begriffen. Durch den Geniebegriff werden künstlerisch arbeitende Personen zu Individualist*innen und ihnen ihre prekäre Situation als selbstverschuldet zugeschrieben.

In einer durch die Eigendynamik der bestehenden Verwertungs-Verwaltungs-Demokratie bestimmten Logik, in denen die Apparate der Akteur*innen jeden noch so kleinen Raum zur Geldvermehrung nutzen wollen, können sich freischaffende und antikapitalistisch arbeitende Künstler*innen und Kulturschaffende kaum noch behaupten.

Der Wunsch nach Selbstverwirklichung endet oftmals in Selbstausbeutung, die Existenzsicherung der Kunst- und Kulturschaffenden rückt in den Hintergrund. Daraus resultiert allzu oft ein Konkurrenzkampf der Ausgebeuteten, um die wenigen Ausstellungsräume und Kulturetats. Oft setzen sich dabei die Privilegiertesten durch. Das schwächt die Solidarität und nützt am Ende nur der Verwertungsökonomie. Genuine Kunst und (Sub-)Kultur bleiben dabei meist auf der Strecke.

Dagegen wollen wir Handlungsalternativen und Strategien zur Organisierung für einen gemeinsamen Arbeitskampf entwickeln und über neue Räume nachdenken, in denen sich Arbeitskämpfe durch einen Zusammenschluss zwischen verschiedener prekarisierter Gruppen verbinden lassen.

Wie können sich Kunst- und Kulturschaffende organisieren und eine Lobby für ihre Anliegen und Forderungen aufbauen?
Wie lässt sich ein politisches Streikrecht für alle Freischaffende und Selbstständige trotz aller systemischer Widersprüche denken und umsetzen? Welche individuellen Kompetenzen können wie gestärkt werden, um Resilienzen gegenüber den kapitalistischen Verhältnissen aufzubauen, und gleichzeitig sich hinreichend behaupten zu können? Und wie lässt sich Intersektionalität und eine feministische Perspektive dabei integriert mitdenken und eine Interessensvertretung aufbauen?

Wir laden euch zu mehreren Kurz-Workshops und Gesprächsrunden zusammen mit weiteren Künstler*innen und Expert*innen, mit denen wir uns kompetenzstärkend und wissenserweiternd austauschen wollen. Und um dabei unsere politischen Anliegen gemeinsam formulieren.

Gemeinsam mit der MagiC Carpets-Residentin Elena Mazzi untersuchen die AkteurInnen, wie solidarische Kunst oder künstlerische Solidarität funktionieren kann und wie diese Politisierung bewusste Handlungen und eigene Gültigkeitsansprüche im Kulturbereich beeinflusst.

PROGRAMM:

18.00 Einlass
18.30 Leibesübungen
19.00 Plenum mit Inputs zu den Workshops
19.45 Pause mit Essen und Trinken
20.00 Workshops: #1 Interessenvertretung; #2 Politischer Streik & Intersektionalität; #3 Resilienz
21.30 Gemeinsamer Ausklang mit Essen und Trinken

Die Residenz von Elena Mazzi ist Teil der Plattform MagiC Carpets, die vom Creative Europe Programm der Europäischen Union kofinanziert wird.
Das Projekt wird von der Senatsverwaltung für Kultur und Europa gefördert. // Die Residenz von Elena Mazzi ist Teil der 'Magic Carpets' Platform co-finanziert von Creative Europe Programme der Europäischen Union.

  

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