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Atelierhaus Australische Botschaft verkauft

Öffentlicher Brief des Atelierhauses Australische Botschaft (Ost) e.V. vom 05.08.2019

Liebe Freunde-, Unterstützer- und Mitdenker*innen unseres Projektes ‚Atelierhaus Australische Botschaft (Ost)‘,

am Mittwoch, den 24.07. 2019 wurde das Gebäude in Pankow an den Humanistischen Verband Berlin/Brandenburg verkauft. Im August werden die letzten Künstler*innen die Ateliers räumen. Der neue Eigentümer beabsichtigt, die ehemalige Botschaft in eine private Kita und Schule umzuwandeln.

Bis zum Schluss bestand noch die Hoffnung, das Objekt mit der Unterstützung eines weiteren Geldgebers zu erwerben. 2/3 der insgesamt 8,5 Mio Euro konnte bereits in intensiver Arbeit mit Hilfe einer Stiftung und einer gemeinnützigen Bank bereitgestellt werden.

In der denkmalgeschützten, ehemaligen australischen Botschaft der DDR wurde von den Künstler*innen der gemeinnützige Verein ‚Atelierhaus Australische Botschaft (Ost)‘ gegründet und über zwei Jahre ein Konzept erarbeitet, wie das Haus für Kunst und Öffentlichkeit gesichert werden kann. Gleichzeitig wurden Finanzmodelle erstellt, um den immensen aufgerufenen Kaufpreis aufzubringen, mit dem Ziel ein Kunstzentrum mit Veranstaltungsraum, Ateliers, Werkstätten und öffentlichem Garten zu entwickeln.

An dieser Stelle möchten wir zuallererst allen Beteiligten unseren großen Dank aussprechen. Der Nachbarschaft in Pankow, den vielen Berliner- und internationalen Besucher*innen, den Kunst- und Kulturschaffenden und Kurator*innen. Allen die mit uns um die Sicherung des öffentlichen Kunst- und Kulturhauses hofften und bangten und regelmäßig unsere Veranstaltungen besuchten. Ebenfalls Dank an die Initiative Kiezrunde Niederschönhausen, die Stille Strasse e.V., die Helle Panke e.V., den Kurt Lade Klub, die Mieterpartei Pankow und die Architekten der ‚baukanzlei‘.

Weiter bedanken wir uns sehr herzlich bei den Akteur*innen die uns unterstützt haben, vor allen Dingen bei Tina Balla und Alexandra Heyden von dem Fachbereich Kunst und Kultur Pankow, dem Pankower Bürgermeister Sören Benn für die Gründungsrede, Matthias Böttcher und dem BVV für Kultur und Weiterbildung Pankow, sowie auch Martin Schwegmann und den Mitarbeiter*innen des bbk-Berlin – und natürlich den vielen Gruppen und Einrichtungen, die uns beraten haben, uns ein Sprachrohr waren und uns ermöglicht haben, nicht die Kraft und Motivation zu verlieren: allen voran Christoph Langscheid von der Stiftung Edith Maryon, Manuel Ehlers von der Triodos Bank, dem Mietshäuser Syndikat und der Initiative Stadt Neu Denken; sowie bei den vielen Akteur*innen, die sich mit uns solidarisch zeigen und unter anderem unseren öffentlichen Brief im November 2018 an den Berliner Kultursenator, Herr Dr. Klaus Lederer, mit unterzeichneten.

Nicht zuletzt möchten wir uns bei den anderen bedrohten Atelierhäusern Berlins bedanken und bei den vielen aktiven Gruppen in der freien Kunstszene, u.a. Atelierhaus Prenzlauer Promenade, Kunstetagen Pankow, Atelierhaus Mengerzeile, Treptow Ateliers, Muskauer Straße 24, der Allianz bedrohter Berliner Atelierhäuser (AbBA), der Gruppe AKKU- AKtive KUnst, artspring Berlin und dem Netzwerk freier Projekträume und Initiativen.

Angesichts der großen Raumnot und Verdrängung in Berlin, die viele Menschen betrifft – nicht nur Kunst- und Kulturschaffende – bedarf es dringend ein Umdenken der aktuellen Verhältnisse. Raum darf nicht zu einem Produkt oder einem Investmentobjekt umgewandelt werden. Auch wenn bezahlbarer Wohnraum dringender denn je nötig ist, sind Kunst-, Kultur- und Freiräume Teil der lebendigen Stadtgesellschaft, die eine Stadt wie Berlin ausmacht. Dazu gehören auch bezahlbare Arbeits- und Produktionsräume. Ein Haus der Statistik reicht hier nicht aus!

Wie geht es weiter für die Künstler*innen der Botschaft? Es wäre sinnvoll, die Konzepte, die in dieser intensiven Phase der Zusammenarbeit entstanden sind, zumindest teilweise auf ein anderes Objekt in Berlin zu übertragen. Sachdienliche Hinweise hierzu und Informationen, die unsere Suche nach einem geeigneten Gebäude, Etagen, Räume unterstützen, sehr gerne an die E-Mail-Adresse unseres Vereins.

Eine aktive Unterstützung seitens der Berliner Kulturverwaltung bei unserer akuten Suche nach einem geeigneten Atelierhaus und auch der vielen anderen atelierlosen Kunst- und Kulturschaffenden in Berlin, wäre derzeit nicht nur wünschenswert sondern auch dringend nötig.

Die Stadt braucht Raum: für Kunst und Kultur. Dafür braucht es bezahlbare Ateliers für die Künstler*innen!
 

ATELIERHAUS AUSTRALISCHE BOTSCHAFT (OST)
Grabbeallee 34, 13156 Berlin

http://botschaftbleibt.org/

  

bbk berlin e.V.

Köthener Straße 44
10963 Berlin

tel 030 230899-0
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