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Künstlerinnen: Der große Unterschied - Heidi Sill im Interview mit Raimar Stange

Von Chancengleichheit für Künstlerinnen war 2019 weit entfernt. Wie 2020 besser werden kann, hat die Künstlerin und bbk berlin-Sprecherin Heidi Sill mit Zitty-Autor Raimar Stange in einem Mailwechsel erörtert

Wir zitieren:

Liebe Heidi Sill, 2019 hat zum vierten Mal in Folge eine Künstlerin den alle zwei Jahre vergebenen Preis der Nationalgalerie gewonnen. Gleichzeitig aber war in Berlin die Unterrepräsentation von Künstlerinnen im Kunstbetrieb ein großes Thema. Haben Sie genaue Zahlen zu der Präsenz von Künstlerinnen in Berliner Ausstellungen?
Es ist großartig, dass in den letzten Jahren immer mehr Frauen für den Preis der Natio­nalgalerie vorgeschlagen und ausgewählt wurden. Trotzdem darf man nicht aus den Augen verlieren, dass – wie aus der Studie „Berlin III“ des Instituts für Strategieent­wicklung von 2018 hervorgeht – in Berliner Einzelausstellungen Männer um 22 Prozent öfter gezeigt werden als Frauen und der Gender Show Gap beim Gallery Weekend bei über 40 Prozent lag. Die Künstlerin Candice Breitz postete zum Gallery Week­end 2019, dass es sich bei rund 75 Prozent aller präsentierten Kunstschaffenden um weiße Männer handeln würde. In manchen Institutionen kommt Bewegung rein, zum Beispiel zeigte der Hamburger Bahnhof bei Gruppenausstellungen zwischen 2015 und 2019 ein nahezu paritätisches Bild, ebenso die Berlinische Galerie bei Einzelausstellungen. Aber im gleichen Zeitraum sind in zeitgenössischen Gruppenausstellungen in der Berlinischen Galerie unter 30 Prozent Frauen vertreten, und im Hamburger Bahnhof lagen sie sogar unter einem Drittel bei Einzelpräsentationen. Da die Einrichtungen mit öffentlichen Geldern finanziert werden, sollten jährlich Statistiken von den Häusern selbst veröffentlicht werden.

nachzulesen im Zitty Magazin 02/2020

  

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