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"Corona" und seine Folgen machen arm. Also müssen wir darüber reden, wie eine Gesellschaft mit Armut umgeht. Beginnen wir mit einer großen Sozialreform, die das Prinzip des "Förderns und Forderns" durchsetzen sollte. Dazu schreibt der Sozialwissenschaftler Wolf Rainer Wendt: "Nachdem die Pflicht zur Unterstützung von Armen eingeführt ist, will man kontrollieren, ob sie individuell wirklich nötig ist und nicht missbraucht wird. Die "gebende Hand" sollte nicht ohne das "forschende Auge" zum Zuge kommen. Das neue englische Armengesetz von 1834 beschränkte die öffentliche Unterstützung von arbeitsfähigen Bedürftigen auf das workhouse und gestaltete dessen Verhältnisse bewusst abschreckend. ..."

Von Chancengleichheit für Künstlerinnen war 2019 weit entfernt. Wie 2020 besser werden kann, hat die Künstlerin und Sprecherin des bbk berlin, Heidi Sill mit Zitty-Autor Raimar Stange in einem Mailwechsel erörtert: HS: "Es ist großartig, dass in den letzten Jahren immer mehr Frauen für den Preis der Natio­nalgalerie vorgeschlagen und ausgewählt wurden. Trotzdem darf man nicht aus den Augen verlieren, dass – wie aus der Studie „Berlin III“ des Instituts für Strategieent­wicklung von 2018 hervorgeht – in Berliner Einzelausstellungen Männer um 22 Prozent öfter gezeigt werden als Frauen und der Gender Show Gap beim Gallery Weekend bei über 40 Prozent lag. Die Künstlerin Candice Breitz postete zum Gallery Week­end 2019, dass es sich bei rund 75 Prozent aller präsentierten Kunstschaffenden um weiße Männer handeln würde. In manchen Institutionen kommt Bewegung rein, zum Beispiel zeigte der Hamburger Bahnhof bei Gruppenausstellungen zwischen 2015 und 2019 ein nahezu paritätisches Bild, ebenso die Berlinische Galerie bei Einzelausstellungen. Aber im gleichen Zeitraum sind in zeitgenössischen Gruppenausstellungen in der Berlinischen Galerie unter 30 Prozent Frauen vertreten, und im Hamburger Bahnhof lagen sie sogar unter einem Drittel bei Einzelpräsentationen. Da die Einrichtungen mit öffentlichen Geldern finanziert werden, sollten jährlich Statistiken von den Häusern selbst veröffentlicht werden."(Auszug)

Die Koalition der Freien Szene begrüßt, dass die Senatsverwaltung für Kultur und Europa die Handreichung „Kultur trotz(t) Corona“ herausgegeben hat. Damit bietet sie nun, kurz vor der Sommerpause, eine auf Kulturschaffende zugeschnittene detaillierte Zusammenfassung der seit März eingeleiteten Hilfsmaßnahmen. Neben dieser Rückschau bemüht sie sich nun aber endlich auch um eine spartenspezifische Aufschlüsselung der Folgen der aktuellen Corona-Verordnung für öffentliche Veranstaltungen und gibt einen Ausblick auf die Wiederaufnahme des Spielbetriebs unter den gegebenen Bedingungen.

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„Bund befürchtet großen Corona-Betrug in Berlin" Die alternative Wirklichkeit des Bundeswirtschaftsministeriums

09.06.2020 Pressemitteilung des bbk berlin | Ein Staatssekretär im Bundeswirtschaftsministerium droht Berlin mit Rückforderungen, weil aus dem Bundeszuschussprogramm für Selbständige und Kleinunternehmer*innen in mehr Fällen Geld ausgezahlt wurde, als es in Berlin überhaupt Anspruchsberechtigte gäbe.

Berliner Zeitung: Kulturmilliarde | Kritik von Künstlern, Ländern und der Opposition

Berliner Zeitung, Petra Kohse, 5.6.2020: „Der berufsverband bildender künstler*innen berlin hat mit Zorn auf die Details zur Kulturmilliarde der Bundesregierung reagiert. In der Tat sei dieses Paket eine „Weiche in die Zukunft“, wie Staatsministerin Monika Grütters (CDU) sage. Aber eine, die für Kunst und Kultur „auf das Abstellgleis“ führe. Für Freiberufler werde nichts getan, es gäbe weder „Auftrags- noch Ankaufsprogramme“, sondern: „Die Bundesregierung schickt sie alle in die Sozialfürsorge.“

KdFS Pressemitteilung 05/06/2020: Die Koalition der Freien Szene begrüßt, dass der Bund der Kultur im Konjunkturprogramm ein eigenes Kapitel widmet und seinen Worten nun endlich Taten folgen lässt. Doch leider hat das „Konjunkturpaket“ einen gravierenden Mangel: Es lässt die freiberuflichen Kulturschaffenden – und alle anderen von der Corona-Krise betroffenen Solo-Selbständigen – schlicht im Stich. Sie werden an keiner Stelle erwähnt und erhalten nach wie vor keine Zuschüsse. Das Soforthilfeprogramm, das ihnen dienen sollte, konnten sie nicht nutzen, weil damit keine Lebenshaltungskosten, Privatmiete, Krankenversicherung usw. bezahlt werden dürfen. Kein Wunder also, dass es nicht ausgeschöpft wurde. Das verbleibende Geld wird nun in Überbrückungshilfen für private Unternehmen aus der Kreativwirtschaft umgewandelt.

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Zitiert aus dem aktuellen Newsletter von ProQuoteFilm am 5.6.2020: "Mit dem Corona-Konjunkturpaket der Bundesregierung werden 130 Milliarden Euro in die Hand genommen. Eine Menge Geld. Aber eine Entlastungszahlung für die Einkommensausfälle der Solo-Selbständigen und kurzfristig Beschäftigten ist im Corona-Konjunkturpaket nicht berücksichtigt. ... Grundsicherung ist keine Alternative, deshalb muss das Zuschussprogramm des Bundes dringend für Solo-Selbständige und kurzfristig Beschäftigte geöffnet werden, damit sie daraus auch ihre Lebenshaltungskosten bestreiten können. Endlich zukunftsgerichtet handeln heißt, nicht nur bei dem Corona-Konjunkturpaket der Bundesregierung, sondern bei allen aktuellen Maßnahmen, ein Gender Budgeting einzuführen. Auch diejenigen im Blick zu haben, die durch keine Lobby vertreten werden, bedeutet alleinerziehende, kulturschaffende Solo-Selbständige mit Soforthilfemaßnahme zu unterstützen.

Pressemitteilung des bbk berlin vom 4.6.2020 | Für die Staatsministerin für Kultur und Medien ist das Konjunkturpaket der Bundesregierung eine "Weiche auf Zukunft". Tatsächlich ist es eine Weiche, – da hat sie ganz recht. Für Kunst und Kultur führt sie auf das Abstellgleis. Freiberufliche Künstler*innen werden, wie alle anderen von der Corona-Krise betroffenen Solo-Selbständigen, weder gefördert – z.B. durch Auftrags- oder Ankaufsprogramme – noch erhalten sie Überbrückungszuschüsse, die das Konjunkturpaket für andere Branchen selbstverständlich vorsieht!

Der Berliner Corona-Zuschuss Soforthilfe II hat vielen professionellen Kulturschaffenden unbürokratisch und schnell das wirtschaftliche Überleben der Corona-bedingten Einnahmeausfälle ermöglicht. Der Berliner Landespolitik ist es damit gelungen, erhebliche Teile der künstlerischen, kulturellen und geistigen Substanz Berlins über die ersten drei Monate der Ausnahmesituation „Corona“ zu erhalten. Bislang weigert sich der Bund, dem Berliner Beispiel zu folgen und sein eigenes Zuschussprogramm für Selbständige und Kleinunternehmer so zu gestalten, dass aus ihm auch der Unternehmer*innen-Lohn für notwendige Lebenshaltungskosten finanziert werden kann. So geht es am dringenden Bedarf der meisten Kulturschaffenden vorbei und kann auch nicht nahtlos an das nun abgeschlossene Berliner Programm anschließen.

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An Online Networking Seminar by the Royal Norwegian Embassy in Berlin held on 16 & 22 April 2020 "to exchange ideas and collaborate across borders and also to simply establish contacts and keep in touch in order to inspire each other and to be able to work even better together once the situation has normalized". PARTICIPATING & relevant INSTITUTIONS: Arts Council Norway, Association of Norwegian Visual Artists, Deutscher Künstlerbund, Berlin Senate Department for Culture and European Affairs, bbk berlin berufsverband bildender künstler*innen berlin / Visual Artists‘ Association Berlin, BBK Bundesverband Bildender Künstlerinnen und Künstler / German Artists‘ Association, IGBK Internationale Gesellschaft der Bildenden Künste. "It is no news that artists often have a hard time making a living. Therefore public as private players have put up support schemes like scholarships and subsidized studio spaces. Norway is known for having a comparable generous system with state financed grants lasting for up to ten years. It is therefore that artists and artists` institutions in Germany have traditionally been looking north enviously. However, deep knowledge of the Norwegian support system for artists is rare in Germany; understandable given the fact that such systems are national and as support systems often are governed by rules and laws that take some time to read through. One goal of this seminar is informing the German side about the Norwegian support system in 'normal times' ”.