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49. Sitzung des Ausschusses für Kulturelle Angelegenheiten am 25.05.2020

Aufzeichnung der 49. Sitzung des Ausschusses für Kulturelle Angelegenheiten am 25.05.2020 im Abgeordnetenhaus von Berlin: Die Berliner Kulturlandschaft unter den Bedingungen der Pandemiebekämpfung – aktuelle Lage sowie kurz-, mittel-und langfristige Perspektiven

49. Sitzung des Ausschusses für Kulturelle Angelegenheiten am 25.05.2020 im Abgeordnetenhaus von Berlin

Berliner Zeitung, 25.5.2020, Petra Kohse: Beim ersten Kulturausschuss nach elf Wochen waren sich Berliner Politiker und Kulturvertreterinnen einig, die Krise als Chance nutzen zu wollen. Mit dem Bund haben sie auch eine gemeinsame Buhfigur. Den ersten Kulturausschuss des Berliner Abgeordnetenhauses seit elf Wochen eröffnete die Vorsitzende Sabine Bangert am Montag mit einer bewegten Rede über die veränderte Situation und mit einem großen Dank für das, was die Kulturschaffenden dieser Stadt unter den widrigen Umständen trotzdem bisher alles auf die Beine gestellt haben. Die drei Vertreterinnen der Berliner Kulturszene, die zur Anhörung geladen waren - Silvia Fehrmann für den Rat für die Künste, Janina Benduski vom Bundesverband Freie Darstellende Künste und Zoe Claire Miller für den Berufsverband bildende Künstler Berlin - gaben den Dank etwas später vollen Herzens zurück. ...

Tagesspiegel, 25.05.2020, Frederik Hanssen: Berliner Kulturpolitik in Coronazeiten Die Bühnen bleiben zu. Im Kulturausschuss des Berliner Abgeordnetenhauses kann Senator Klaus Lederer den Politikern wie den Vertretern der Künstler wenig Hoffnung machen. Enorm ist der Redebedarf bei den Parlamentariern nach der zehnwöchigen Zwangspause,... Und auch die drei zur Anhörung geladenen Verbandsvertreterinnen holen in ihren Statements weit und grundsätzlich aus, Janina Benduski, die Vorsitzende des Bundesverbands Freie Darstellende Künste, Silvia Fehrmann, die Sprecherin des Rates der Künste sowie Zoë Claire Miller, die den berufsverband bildender künstler*innen berlin vertritt. Vergeblich jedoch werden sie Planungsperspektiven mit konkreten Zeiträumen einfordern - und auch für ihre Idee, die Krise als Chance zu begreifen und jetzt endlich all jene strukturellen Ungerechtigkeiten aufzulösen, an denen die Freie Szene der Hauptstadt seit langem krankt, kann ihnen Klaus Lederer wenig Hoffnung machen.

Auch der Sprecher*innen-Kreis der Koalition der Freien Szene sieht das anders: Man erkenne nicht, dass der Kultursenator die Freie Szene auf Kosten anderer bevorzugt. „Die Kunst ist ein Ökosystem und lebt seit jeher von der Symbiose zwischen privaten Sammler*innen und Freier Szene. Wir brauchen diejenigen, die selbst keine Kunst machen, aber Kunst lieben und die Mittel haben, sie zu fördern. Und wir brauchen diejenigen, die Begabung und Willen haben, Kunst zu machen, auch wenn sie wenig Mittel haben. Und wir brauchen die Förderung des Staates, damit die einen nicht von der Gunst der anderen abhängig sind – darin drückt sich die allgemeine Anerkennung unserer Gesellschaft für die hohe Bedeutung der Kunst aus.“

Koalition der Freien Szene Logo

Gemeinsame Pressemitteilung der Berliner Kunst und Kultur-Landschaft: Zwei Monate nach Beginn des Ausnahmezustands ruft die Berliner Kunst und Kultur-Landschaft erneut gemeinsam zur sofortigen Rettung der Vielfalt der kulturellen Infrastruktur der Stadt auf. In einem Notruf betonen zahlreiche Initiativen, Verbände und Institutionen die Dringlichkeit weiterer sofortiger Unterstützungsmaßnahmen in der aktuellen Situation, insbesondere für die ungeförderten oder wenig geförderten Kulturorte sowie für die freien Künstler*innen und Solo-Selbstständigen aller Berufe und Branchen.

Bevor die Corona-Krise zum Ende Februar 2020 den Großteil unserer Arbeitskapazitäten gebunden hat, konzentrierte sich die Vorstandsarbeit auf die Reform des Atelieranmietprogramms und die Auswirkungen des Ateliernotstands, sowie auf die Planung von diversen Veranstaltungen. Wir positionierten uns kritisch zu dem Gesetzesentwurf zur Grundrente und tauschten uns mit anderen Verbänden dazu aus. Die Sprecherinnen führten Gespräche mit den kulturpolitischen Sprecher*innen des Landes Berlin, dem Kultursenator und dem Staatssekretär. Aufgrund der Pandemie fokussierte sich unsere Arbeit ab Mitte März auf die Forderung nach gerechten Hilfsmaßnahmen auf Landes- und Bundesebene, um alle existenziell bedrohten Künstler*innen zu unterstützen. Intensive Dialoge mit Politiker*innen und Vertreter*innen anderer künstlerischer Sparten führten zumindest auf Landesebene zu einer wirksamen "Soforthilfe II".

Kunst schafft einen Raum zur Veränderung der Welt - Als Aktive der Kulturlandschaft in Deutschland stehen wir nicht über den Dingen, sondern auf einem Boden, von dem aus die größten Staatsverbrechen der Menschheitsgeschichte begangen wurden. In diesem Land wurde schon einmal Kunst als entartet diffamiert und Kultur flächendeckend zu Propagandazwecken missbraucht. Millionen Menschen wurden ermordet oder gingen ins Exil, unter ihnen auch viele Künstler*innen. Unsere Gesellschaft ist eine plurale Versammlung. Viele unterschiedliche Interessen treffen aufeinander und finden sich oft im Dazwischen. Demokratie muss täglich neu verhandelt werden – aber immer unter einer Voraussetzung: Es geht um Alle, um jede*n Einzelne*n als Wesen der vielen Möglichkeiten! - Dem fühlen wir uns als bbk berlin ebenso verpflichtet.

arte journal zu Gast bei Heidi Sill, Sprecherin des bbk berlin zum Soforthilfeprogramm

Interview mit Heidi Sill, Sprecherin des bbk berlin zum Soforthilfeprogramm II, Corona-Zuschuss des Landes Berlin im März/April 2020 - Reportage von Sandra Luzina aus Berlin für Arte-Journal am 10.4.2020

Erster digitaler Kunst am Bau Wettbewerb erfolgreich durchgeführt!

Aufgrund der Ausgangsbeschränkungen des Landes Berlin zur Eindämmung der Covid-19-Pandemie und der Unmöglichkeit Sitzungen abzuhalten, entwickelte das Büro für Kunst im öffentlichen Raum einen ersten Leitfaden zur digitalen Durchführung von Wettbewerben für Kunst am Bau und Kunst im öffentlichen Raum.

Ergebnisse der bbk berlin Blitzumfrage: Soforthilfe II und die Künstler*innen

Die Umfrage des bbk* berlin zur Soforthilfe II für Soloselbständige des Landes Berlin wurde in drei Tagen von insgesamt 1.744 Künstler*innen beantwortet.