Kulturpolitik 

Recherchestipendien

Im Jahr 2015 hatte der bbk berlin gemeinsam mit der Koalition der Freien Szene gefordert, neben den Arbeitsstipendien im Bereich der Bildenden Kunst eine weitere Produktionsförderung für künstlerische Arbeitsvorhaben und Projekte einzuführen. Seitdem gibt es die Recherchestipendien in Berlin.

Zielgruppe / Ziele der Förderung

Die Recherchestipendien sind für die künstlerische/kuratorische Entwicklung von professionell arbeitenden Künstler*innen, Kurator*innen (Einzelpersonen/Gruppen) im Bereich der visuellen Künste in Berlin bestimmt, die sich durch ihre Arbeit ausgewiesen haben.

Die künstlerische/kuratorische Entwicklung setzt insbesondere die Möglichkeit zur Erschließung neuer eigener Ideen und Ansätze voraus. Aus diesem Grund soll den Stipendiat*innen die Möglichkeit zur Durchführung selbstgewählter Recherchevorhaben gegeben werden, z.B.:

  • zur Recherche oder Vorarbeit an einem bestimmten Thema
  • zur Entwicklung von Projekten
  • zur Erschließung neuer/anderer Arbeitstechniken
  • zur Fortführung bzw. Vollendung bestimmter Arbeiten
  • zur Vermittlung, Dokumentation oder Publikation etc.

Vergabe der Recherchestipendien

Fachliche Kriterien für die Vergabe eines Stipendiums sind in erster Linie die Qualität bisheriger künstlerischer Arbeiten und die Qualität des Recherchevorhabens.

Hier weitere Informationen erfahren: Senatsverwaltung für Kultur und Gesellschaftlichen Zusammenhalt: Förderprogramme Bildende Kunst 

Einführung und Entwicklung der Recherchestipendien

2015 hat der bbk berlin im 10-Punkte-Papier der Koalition der Freien Szene die Forderung nach 350 "Zeitstipendien" (Recherchestipendien) aufgestellt. Ca. 60 Stipendien konnten im selben Jahr erstmals aus Mitteln der City-Tax und ab 2016 dann aus einem eigenen Fonds des Kulturhaushalts vergeben werden. 2022 waren es regulär 82 Stipendien für bildende Künstler*innen und 18 für Kurator*innen.

Zum Doppelhaushalt 2022/23 ist es dem bbk berlin gelungen, eine deutliche Erhöhung der Anzahl der Recherchestipendien zu erreichen. So wurden 2023 dafür im Landeshaushalt 1.096.000 Euro zur Verfügung gestellt und somit 137 Recherchestipendien vergeben. Allerdings waren die Forderungen des bbk berlin bezüglich der Anzahl nicht erfüllt. Der bbk berlin forderte weiterhin eine deutlichere Erhöhung der Stipendienanzahl auf 500 jährlich für die in Berlin arbeitenden Künstler*innen.

2024 wurden nur 79 Recherchestipendien - 68 an Künstler*innen und 11 an Kurator*innen - vergeben. Das ist eine Kürzung um mehr als 40% der Fördersumme im Vergleich zu 2023.

Seit 2025 konnte der bbk berlin erreichen, dass Bewerbungen für die Recherchestipendien wieder jährlich möglich sind. Der Zwei-Jahres-Rhythmus wurde damit aufgehoben.