01.07.2026 | IKTf-Studie bestätigt: Kulturförderung rechnet sich für Berlin!
Der bbk berlin war Anfang der Woche auf der Präsentation der Studie “Kulturelle Teilhabe in Berlin 2025” des Institut für Kulturelle Teilhabeforschung (IKTf). Die von September 2025 bis Mai 2026 durchgeführte Untersuchung liefert erstmals umfassende Daten zu den gesamtwirtschaftlichen Effekten öffentlicher Kulturförderung in Berlin. Die Studie verdeutlicht: Kürzungen im Kulturhaushalt sind kontraproduktiv!
Kultur und Kreativwirtschaft übertrifft Industrie
Auf die Frage, welche gesamtwirtschaftlichen Effekte durch öffentliche Kulturförderung entstehen, wurde mit Zahlen belegt: Jeder Euro, den das Land Berlin in Kulturförderung investiert, bringt durchschnittlich 3,50 Euro an die Stadt zurück.
Auch wird in dem über 30-seitigen Bericht die Wirtschaftskraft von Darstellender Kunst, Musik- und Kunstmarkt bestätigt: Berlin ist ein führender Standort für Unternehmen der Kultur- und Kreativwirtschaft. Mit einer Bruttowertschöpfung von 12 bis 15 Milliarden Euro übertrifft die Branche in Berlin klassische Industriezweige.
Allein die drei Teilmärkte Darstellende Künste, Musikmarkt und Bildende Kunst erzielen eine geschätzte Bruttowertschöpfung von 690,3 Millionen Euro. Den größten Beitrag leistet dabei die Bildende Kunst mit rund 43,9 %. Diese Teilmärkte werden anteilig vor allem durch Solo-Selbstständige der Freien Szene getragen. Rund drei Viertel der Akteur*innen liegen im unteren Einkommenssegment, erzeugen aber den Großteil der Bruttowertschöpfung in diesen Märkten.
Kunst und Kultur tragen zu Well-Being bei
Die Studie belegt auch den sozialen Wert kultureller Teilhabe: Demnach steigern vier oder mehr Kulturbesuche im Jahr das individuelle Wohlbefinden und die Gesundheit etwa so stark wie ein um bis zu 2.700 Euro erhöhtes Jahreseinkommen. Kulturelle Teilhabe ist damit nicht nur ein wirtschaftlicher, sondern auch ein gesellschaftlicher Standortfaktor.
Warum diese Zahlen jetzt wichtig sind
Im Doppelhaushalt 2026/27 wurde der Kulturetat drastisch gekürzt: Berlins Kulturausgaben sind erstmals seit Jahren auf unter 2 % des Gesamthaushalts gefallen.
Atelierstandorte gehen verloren, Programme werden gestrichen, Einrichtungen schließen.
Die IKTf-Studie liefert nun die Zahlen, die belegen, was die Kulturszene seit Jahren formuliert: Wer bei Kultur kürzt, spart nicht, sondern verliert Wertschöpfung, Arbeitsplätze und das, was Berlin als Kunst- und Kulturhauptstadt international attraktiv macht.
Toolkit: Argumente für unsere Künstler*innen gegen weitere Kürzungen:
Damit ihr die wichtigsten Zahlen für Diskussionen parat habt – hier nochmal auf einen Blick (Quelle: IKTf, 2026):
1 Euro rein → 3,50 Euro zurück
Jeder Euro, den das Land Berlin in Kulturförderung investiert, bringt durchschnittlich 3,50 Euro Rückfluss an die Stadt. Kürzen heißt nicht sparen – es heißt weniger einnehmen.
12–15 Milliarden Euro Bruttowertschöpfung
Die Kultur- und Kreativwirtschaft ist ein zentraler Wirtschaftsfaktor in Berlin und übertrifft klassische Industriebranchen.
690,3 Millionen Euro in drei Teilmärkten
Allein Darstellende Künste, Musikmarkt und Bildende Kunst erzielen diese Bruttowertschöpfung. Den größten Beitrag leistet die Bildende Kunst mit 43,9 %.
Drei Viertel im unteren Einkommenssegment
Die Solo-Selbstständigen der Freien Szene verdienen am wenigsten, erwirtschaften aber den Großteil der Wertschöpfung.
“Well-Being”: Kultur macht gesund
Vier oder mehr Kulturbesuche im Jahr steigern Wohlbefinden und Gesundheit so stark wie ein um bis zu 2.700 Euro erhöhtes Jahreseinkommen.
Kultur ist ein Top-Reisegrund für Berlin-Tourist*innen
Sehenswürdigkeiten (63 %) sowie das Kunst- und Kulturangebot (61 %) sind für inländische und internationale Tourist*innen mit Abstand die wichtigsten Gründe, nach Berlin zu reisen.
Quelle: IKTf, 2026: https://www.iktf.berlin/wp-content/uploads/2026/06/Studie-Standortfaktor-Kultur_IKTf-2026.pdf
Toolkit auf einen Blick!
Jetzt informieren. Im September wird gewählt. Diese Zahlen sollten bei der Wahlentscheidung eine Rolle spielen!