29.04.2026 | bbk berlin präsentiert Studie zu Lebens- und Arbeitsbedingungen Bildender Künstler*innen

Studienpräsentation des bbk berlin

Am Dienstag, 28. April 2026, präsentierten die Sprecherinnen des bbk berlin, Frauke Boggasch und Birgit Cauer, in der Druckwerkstatt im kulturwerk des bbk berlin am Mariannenplatz die neue Studie „Prekäre Hauptstadt, Kreative Existenzen". Die gut besuchte Veranstaltung wurde live auf dem Instagram-Kanal des bbk berlin ausgestrahlt und stieß auf großes Interesse. Die Studie wurde bereits von ersten Medien aufgegriffen.

Akute Prekarität, auch im Bethanien

Die Ergebnisse der Studie verdeutlichen die strukturelle Prekarität Berliner Bildender Künstler*innen eindrücklich. Symptomatisch dafür ist der Veranstaltungsort selbst: Auch im Bethanien, wo die Präsentation stattfand, wissen Künstler*innen mit bezahlbaren Atelierverträgen nicht, ob diese zum Jahresende in der bestehenden Fassung verlängert werden. Der Begriff „Hope Labour" – das Arbeiten auf Hoffnung ohne Aussicht auf faire Entlohnung oder Absicherung – wurde im Rahmen der Veranstaltung von der Co-Sprecherin des bbk berlin, Frauke Boggasch, erneut aufgegriffen, um die Dringlichkeit der Lage zu verdeutlichen. 

In dieser Woche führte der bbk berlin – wie die Sprecherinnen auch in der gestrigen Präsentation berichteten – ein produktives Gespräch mit einem Mitglied der DGB-Rentenkommission. Im Mittelpunkt standen Möglichkeiten der Gewährung des Grundrentenzuschlags für alle KSK-versicherten Künstler*innen. Thematisiert wurde auch eine Ausweitung der Aktivrente auf Selbstständige, die eine wichtige strukturelle Maßnahme zur Bekämpfung von Altersarmut wäre. Diese Forderung wurde auch von den Befragten der Studie wiederholt geäußert. Die Dringlichkeit ist evident: Die Studie belegt, dass Berliner Bildende Künstler*innen im Alter massiv von Altersarmut bedroht sind und ihnen bei einem medianen Jahreseinkommen von 6.000 € ein privater Altersvorsorgeaufbau strukturell kaum möglich ist. Der Gesprächspartner signalisierte, die Anliegen des bbk berlin in weitere Verhandlungen einzubringen. Das ist ein wichtiger Schritt, um die Relevanz Bildender Kunst auch auf rentenpolitischer Ebene sichtbar zu machen und unterstreicht zugleich das Wirkungspotenzial der Studienergebnisse.

Im Rahmen der Präsentation gingen die Sprecherinnen auch auf die Wünsche und Forderungen der Befragten aus der qualitativen Erhebung ein. Besonders betont wurde dabei der Schutz künstlerischer Freiheit als kulturpolitisches Gebot. „Künstlerische Freiheit ist eine gesellschaftliche Notwendigkeit und darf niemals staatlich gelenkt werden!", so Birgit Cauer, Co-Sprecherin bbk berlin.

Die Studie „Prekäre Hauptstadt, Kreative Existenzen" versteht sich als empirisch fundiertes Instrument, mit dem der bbk berlin der Politik zeigt, wie relevant Bildende Kunst für Berlin ist. Die Studie ist ab sofort verfügbar unter: https://www.bbk-berlin.de/kulturpolitik/studie-prekaere-hauptstadt-kreative-existenzen 

Frauke Boggasch und Birgit Cauer,
Sprecherinnen bbk berlin

Präsentation der Daten vor Publikum
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