Aktuelle Herausforderungen des Atelierstandorts Teilestraße: Ausstellung + Austausch in den Schokoladenfabrik-Studios
Am Freitag, den 7. November 2025, luden die Künstler*innen der Schokoladenfabrik-Studios zu einem gemeinsamen Frühstück in ihre Gruppenausstellung in der 3. Etage der ehemaligen Sarotti-Schokoladenfabrik ein. Das Format brachte Vertreter*innen aus Politik, Verwaltung, Eigentümerschaft und anderen bedrohten Atelierhäusern in Berlin erstmals in dieser Form an einen Tisch.
Nach einem offenen Ankommen und Ausstellungsrundgang in den Schokoladenfabrik-Studios folgte eine Vorstellungsrunde und ein thematisch strukturierter Austausch zu den aktuellen Herausforderungen des Atelierstandorts Teilestraße und der prekären Lage der Berliner Ateliers insgesamt. (Mehr erfahren zur Situation gefährdeter Ateliers)
Das Frühstück fand an einer langen Tafel inmitten der Ausstellung statt – teils auf eigens gestalteten Microchairs des Künstlerkollektivs Pegasus Product – und bot einen informellen Rahmen für intensives Gespräch.
In den anschließenden Diskussionsrunden wurden zentrale Themen gesammelt und im Plenum zusammengetragen.
Als gemeinsame Erkenntnis zeigte sich ein breiter Konsens über den hohen Bedarf an klareren Kommunikationswegen, verbindlicheren Strukturen und stärkerer Transparenz zwischen allen beteiligten Akteur*innen.
Konkret wurden folgende Punkte hervorgehoben:
• Bessere Erreichbarkeit und Kommunikation zwischen Bezirken, Senatsverwaltung, Trägern (GSE/KRB), Atelierbüro und Nutzer*innen.
• Verbindlichere Abstimmungsprozesse bei Fragen zu Verlängerungen, Standortentscheidungen und Mietbedingungen.
• Regelmäßiger Austausch zwischen Kunstschaffenden, GSE, KRB, Atelierbüro und Verwaltung – etwa im Rahmen eines runden Tisches.
• Stärkere Vernetzung in die Bezirke hinein, um kulturelle Produktionsorte als Teil lokaler Stadtentwicklung sichtbarer zu machen.
Abschließend führte ein kurzer Atelier-Rundgang durch fünf Arbeitsräume der Künstler:innen und bot Einblicke in die Vielfalt und Professionalität der künstlerischen Arbeit am Standort.
Beteiligt waren – neben Vertreter*innen der bedrohten Atelierhäuser – unter anderem:
Bertram von Boxberg, Vorsitzender des Kulturausschusses Tempelhof-Schöneberg (Bündnis 90/Die Grünen), Elisabeth Wissel, Mitglied des Kulturausschusses Tempelhof-Schöneberg (DIE LINKE), Jonas Lockwood Gempp, Referent für kulturfachliche Liegenschaftsentwicklung, Senatsverwaltung für Kultur und Gesellschaftlichen Zusammenhalt, Nicholas Ashley, Referent für Liegenschaftspolitik und Arbeitsräume, Senatsverwaltung für Kultur und Gesellschaftlichen Zusammenhalt sowie Vertreter*innen der Eigentümerseite (IKAD)
Fazit der Künstler*innen
Das Frühstück endete mit einem herzlichen Dank an alle Teilnehmenden und der Einladung, den begonnenen Dialog fortzusetzen. Die Künstler*innen der Schokoladenfabrik-Studios werten das Treffen als wichtigen Impuls für eine transparentere und konstruktivere Kommunikation über die Zukunft der bedrohten Atelierstandorte in Berlin.
Ein Beitrag von Martin Binder