09.03.2026 | Pressemitteilung des bbk berlin: Die Kolleginnen des bbk berlin setzen ein Zeichen zum feministischen Frauen* Generalstreiktag
Globaler Frauen* Generalstreik
Der bbk berlin ist untrennbar mit Feminismus verbunden. Darum haben die Frauen* des bbk berlin am 9. März, dem GLOBALEN FRAUEN* GENERALSTREIKTAG, den feministischen Kampftag als Verlängerung des 8. März weiter auf die Straße getragen – auch für all jene Frauen*, die an diesem Tag nicht frei demonstrieren konnten.
Im berufsverband bildender künstler*innen berlin und seinen Tochtergesellschaften kulturwerk und bildungswerk arbeiten überwiegend Frauen*. Darunter sind wiederum viele Frauen*, die aufgrund unzureichender künstlerischer Einnahmen diese Büroarbeit leisten. Oft sind sie darüber hinaus nicht nur Kollegin (und Künstlerin), sondern auch Mutter, die neben Erwerbstätigkeit Care-Arbeit übernimmt. Was alle Frauen* eint – ob Künstlerin, Mutter oder Kollegin im Verband bzw. seinen Tochtergesellschaften kulturwerk und bildungswerk: Sie behaupten sich täglich gegen patriarchale Strukturen.
Aus der kürzlich abgeschlossenen bbk berlin Umfrage ‘Leben und arbeiten als Bildende*r Künstler*in in Berlin’ geht hervor: 38,6% der befragten Frauen* geben an, dass Care-Arbeit ihre Altersvorsorge beeinträchtigt.
Frauke Boggasch, bbk berlin Co-Sprecherin: “Unsere Umfrage zeigt: Mehr als ein Drittel der Berliner Künstlerinnen* erleiden durch Care-Arbeit Einbußen – in der Karriere, in der Altersvorsorge, im gesamten Erwerbsleben. Viele meiner Kolleginnen sind alleinerziehende Mütter. Dass ihnen trotz geleisteter Arbeit Altersarmut droht, ist inakzeptabel. Der Staat muss strukturelle Benachteiligungen für Frauen* endlich abbauen!"
bbk berlin für solidarische Rentenreform
Insbesondere mit zunehmendem Alter steigt das Risiko von Armut. Zusätzlich wird die Bewältigung von Alltagsherausforderungen schwieriger.
Birgit Cauer, bbk berlin Co-Sprecherin: „Vielen Künstlerinnen* fehlen durch unbezahlte Care-Arbeit Rentenpunkte. Dazu kommen geringes Einkommen, Gender Pay Gap, verpasste Ausstellungschancen und die Unmöglichkeit abendlichen Netzwerkens. Beim Existenzminimum für Künstler*innen drohen Renten unter 800 €. Wie soll man davon leben?!”
Aus diesem Grund setzt sich der Verband bei der gerade eingesetzten Rentenkommission dafür ein, dass eine solidarische Alterssicherung auch jenseits klassischer Anstellungsverhältnisse mitgedacht wird.
Für Gleichberechtigung und Sichtbarkeit in der Kunst
Als Mitgliederverband vertritt der bbk berlin die Interessen der Berliner Künstler*innen gegenüber Politik und macht sich für Frauen* in der Kunst stark. Der globale Frauen*-Generalstreik wurde genutzt, um für Gleichberechtigung und Sichtbarkeit in der Kunst zu demonstrieren.
Ein großartiges Dankeschön an alle Kolleginnen* für euren solidarischen Einsatz am Montag auf der Straße! Genug! Enough!
Frauke Boggasch und Birgit Cauer,
Sprecherinnen bbk berlin