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Zur Zwangsräumung des Tacheles: Herr Wowereit, Herr Scholz: Übernehmen Sie!

Pressemitteilung des bbk berlin

„Uniformierte Sicherheitsleute, die Künstler in den Schwitzkasten nehmen, Absperrgitter und Passierscheine: das sind Bilder vom Umgang mit Kunst und Künstlern, wie wir sie aus autoritären Regimes, aus Moskau oder aus Peking kennen. Sie kommen aber mitten aus der Kunstmetropole Berlin, sie kommen aus dem weltbekannten Kulturzentrum Tacheles in Berlin Mitte“, so heute Herbert Mondry, Vorsitzender des bbk berlin.

„Diese Bilder schaden dem Ruf Berlins mehr als die bizarren Vorgänge um das sogenannte ‚Guggenheim-Lab‘.

Die Politik ist aufgefordert, diesen unwürdigen Vorgängen im Tacheles ein Ende zu machen. Das Grundstück gehört der Landesbank der Bundesländer Hamburg und Schleswig Holstein. Wirtschaftlicher Schaden ist ihnen tatsächlich entstanden – aber nicht durch die Kunst und die Künstler, sondern durch die Machenschaften des Immobilienspekulanten August Jagdfeld. Im Gegenteil: Wertvoll ist das Grundstück durch seinen Ruf als Kulturzentrum!

Der Senat von Berlin und der Senat der Hansestadt Hamburg sind in der Pflicht, für einen verantwortungsbewussten Umgang mit dem Tacheles zu sorgen. Berlins Regierender Bürgermeister ist aufgefordert, Hamburgs Bürgermeister Scholz als Vertreter des Eigentümers der Landesbank dringend darum zu bitten, für ein sofortiges Ende von Zwangsräumungen und Absperrungen zu sorgen.

Das Land Berlin hat eine große Chance, das Grundstück selbst zu erwerben. Damit würde Berlin über ein zentrales Grundstück endlich wieder selbst bestimmen können. Damit könnte Berlin Infrastruktur für Kunst und Kultur sichern und langfristig ausbauen. Eine kluge Stadtentwicklungspolitik darf nicht nur auf den Verkauf von Landeseigentum setzen, sondern muss auch das Vermögen des Landes Berlin mehren. Das Tacheles ist dafür ein richtiger Ort!“

 

Herbert Mondry
Vorsitzender des bbk berlin