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Kunst statt Kaiser-Wilhelm-Kolonnaden!

Presseerklärung des berufsverbands bildender künstler berlin zur Debatte über die Berliner Schlossfreiheit am 27.01.2017

Zur Erinnerung: Das von zeitgenössischen Künstler*innen geschaffene Freiheits- und Einheitsdenkmal für 15,4 Millionen Euro wurde vom Haushaltsausschuss des deutschen Bundestages abgelehnt, während derselbe Haushaltsausschuss 18,5 Millionen Euro am selben Ort für einen Teilwiederaufbau des Kaiser-Wilhelm-Denkmals bewilligt hat.

Soll hier zugunsten von Kaiser Wilhelm zeitgenössische Kunst preisgegeben werden?

Weil die 2009 und 2010 durchgeführten Wettbewerbe für ein Denkmal zur Würdigung der friedlichen Revolution 1989 und der Deutschen Einheit inhaltlich überfrachtet waren, sind sie fast zwangsläufig politisch und damit konzeptionell gescheitert. Der aktuelle Vorschlag zu einer Rekonstruktion der Kaiser-Wilhelm-Kolonnaden zieht daraus jedoch einen falschen Schluss!

Denn die Schlossfreiheit bietet sich als idealer Ort für eine aktive Auseinandersetzung mit Geschichte und Gegenwart mitten im Stadtzentrum an. Sie kann zu einem neuen Treffpunkt der Stadtgesellschaft werden. Zeitgenössische Kunst und ihr Umgang mit der Stadt, ihrer Geschichte und der Zukunft unserer Gesellschaft kann das leisten.

Sehen wir als Gesellschaft das Scheitern der bisherigen Wettbewerbe für ein Freiheits- und Einheitsdenkmal als Chance für einen Neuanfang und sorgen für ein zeitgemäßes Verfahren. Der bbk berlin fordert die verantwortlichen Politiker*innen des Bundestages und der Stadt Berlin auf, gemeinsam mit Künstler*innen und weiteren Sachverständigen ein neues Konzept für den zentralen Raum der Berliner Schlossfreiheit zu entwickeln, damit zeitgenössische Kunst und Kultur zu einem fortwährenden Dialog über Vergangenheit, Gegenwart und Zukunft einladen kann.

 

Für den Vorstand des berufsverbands bildender künstler berlin
Heidi Sill, Cornelia Renz

Rückfragen bitte an das Büro für Kunst im öffentlichen Raum
und an die Öffentlichkeitsarbeit bbk berlin e.V.

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