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Das schwedische Vergütungsmodell – ein Vorbild für Deutschland?

Tagung in der Friedrich-Ebert-Stiftung am 25.11.2010

Das schwedische Modell:

2009 wurde eine Übereinkunft zwischen schwedischen Künstlerverbänden und staatlichen Ausstellungshäusern erneuert und verschärft, die staatliche Ausstellungshäuser zur Zahlung einer Ausstellungsvergütung an Künstlerinnen und Künstler verpflichtet. Diese Vergütung soll in allen Fällen gezahlt werden, in denen sich die ausgestellten Kunstwerke sich noch im Eigentum der Künstlerinnen und Künstler befinden, die für den entsprechenden Ausstellungszweck zur Verfügung gestellt worden sind. Die Vergütung erfolgt mit pauschalierten Beträgen. Dabei wird die Teilnahme an Gruppenausstellungen deutlich geringer honoriert, als eine Einzelausstellung; im Übrigen variieren die Vergütungen je nach Publikumszuspruch der ausstellenden Institution.

Landkreise, Kommunen und private Träger von Ausstellungseinrichtungen sind gehalten, sich dieser Vereinbarung anzuschließen, die aber rechtlich gesehen nicht für sie gilt. Eine engagierte Gruppe von Künstlerinnen und Künstler vergibt an Ausstellungshäuser, die sich an diese Vereinbarung zum fairen Umgang mit Künstlerinnen und Künstlern halten, ein spezifisches Gütesiegel. Nach den Erfahrungen des ersten Jahres geht die schwedische Kulturbehörde davon aus, dass etwa 200 schwedische Künstlerinnen und Künstler jeweils etwa 2000 Euro als Ausstellungsvergütung im Rahmen dieser Vereinbarung erhalten haben.


Das Berliner Modell:

Als solches wurde der Vorschlag des bbk berlin zur Durchsetzung von Ausstellungsvergütungen im Land Berlin von der Friedrich-Ebert-Stiftung in die Diskussion eingeführt. Dieser Vorschlag des bbk berlin ist mit dem schwedischen Modell rechtlich und sachlich nahezu identisch. Er sieht eine Selbstverpflichtung des Landes Berlin vor. Für diesen Zweck sollen an einer zentralen Stelle im Kulturhaushalt Haushaltsmittel vorgesehen werden. Diese Mittel sollen die kommunalen Galerien und Kulturvereine in die Lage versetzen, Ausstellungsvergütungen zu zahlen.

 

Das Diskussionsergebnis:

An der Diskussion nahmen Vertreterinnen und Vertreter des Bundesverbandes Bildender Künstler, der GEDOK, von Verdi, der SPD-Bundestagsfraktion, der Bundeskulturstiftung, die Verwertungsgesellschaft Bild-Kunst und der deutsche Kulturrat teil. Sie wurde unter anderem von einer Vertreterin der Senatskanzlei - Kulturelle Angelegenheiten verfolgt.

Ausnahmslos alle Gesprächsteilnehmer halten das schwedische Modell und seine Berliner Variante für den Bund und für Bundesländer für anwendbar und wollen auf ihre Durchsetzung hinwirken. Hingewiesen wurde darauf, dass damit eine grundsätzliche urheberrechtliche Lösung der Benachteiligung der bildenden Künstlerinnen und Künstler im urheberrecht nicht ersetzt werden könne und solle.

Für die Durchsetzung unserer Forderung an des Land Berlin bietet dieses Diskussionsergebnis neue Chancen. Bereits vor anderthalb Jahren wurde die Forderung des bbk berlin vom Vorsitzenden des deutschen Kulturrates ausdrücklich unterstützt; diese Unterstützungsbasis kann jetzt deutlich vergrößert und verbreitert werden. Zugleich ist das Projekt in der politischen Willensbildung der SPD verankert worden.

  

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